Sportjahr 2018

Veröffentlicht in Sport - Jahresrückblicke

2018 - ein weiteres Jahr als Radfahrer UND Läufer. Oder, je nach dem wie man es sieht, als "gar nix wirklich".

Die Ziele sehen ähnlich aus wie sie im Jahr 2017 ausgesehen haben.  

  1. Den SuperGiroDolomiti in neuer persönlicher Bestzeit absolvieren (10.06.2018)
    Mit einer Zeit von 08:26:16 meine Zeit aus 2017 (08:41:11) um 14min und 55 Sekunden verbessert und somit das erste große Saisonziel locker geschafft.
  2. Die Salzkammergut-Trophy / lange Strecke in neuer persönlicher Bestzeit absolvieren (14.07.2018)
  3. Mein erstes 12h Rennradrennen als Solostarter beenden - also Zielankunft um jeden Preis. (20/21.07.2018)
  4. Den Selzthal Radmarathon in neuer persönlicher Bestzeit absolvieren (Rennen wurde leider abgesagt......)
  5. Den Ötztal Radmarathon unter 08:00 beenden
  6. Everesting
  7. einen Halbmarathon unter 01:20 laufen
    erster Versuch am 11.02.2018: 01:22:03 / Ziel damit verfehlt
    zweiter Versuch am 11.03.2018 in 1:21:14 abgeschlossen und Ziel somit auch beim zweiten Versuch nicht erreicht
  8. meine Freundin bei ein paar Radrennen, als mitfahrender Betreuer, sicher und schnell ins Ziel bringen
    Michi als Wasserträger zu Gesamtplatz 5 / Klassensieg bei ihrem ersten Radmarathon (Mondsee Radmarathon) begleitet

     

 

Mein vorläufiger Wettkampfplan für das Jahr 2018 sieht aus wie folgt wobei es an einigen Wochenende zu Überschneidungen kommt - da entscheide ich dann spontan wo ich mitmach und wo nicht.

  • 14.01.  VMC Winterlaufserie - Lauf 1 / nicht teilge. - verletzt
  • 21.01.  LLC Wien Eisbärlauf Nr. 1 / nicht teilge. - verletzt
  • 11.02.  VMC Winterlaufserie - Lauf 2 / erledigt
  • 18.02.  LLC Wien Eisbärlauf Nr. 2 / nicht teilgenommen
  • 11.03.  VMC Winterlaufserie - Lauf 3 / erledigt
  • 18.03.  LLC Wien Eisbärlauf Nr. 3 / erledigt
  • 02.04.  Osterlauf Mödling / nicht teilgenommen, krank
  • 07.04.  Radio Steiermark Lauf / erledigt
  • 29.04.  Bike Marathon / St. Veit an der Gölsen / erledigt
  • 06.05.  Bike Marathon / Schöckl - Gipfelsturm / Defekt=Ausfall
  • 12.05.  Bike Marathon Maria Lankowitz / erledigt
  • 17.05.  Brucker Businesslauf / BruckMur  / erledigt
  • 20.05.  Bike Marathon Kleinzell / nicht teilgenommen
  • 27.05.  Bike Marathon - TOP Six Kürnberg / nicht teilgenommen
  • 31.05.  Bikerennen Mugl / Niklasdorf / erledigt
  • 03.06.  Glocknerkönig / Fusch / erledigt
  • 10.06.  Super Giro Dolomiti / erledigt
  • 16.06.  Bike Marathon Pöllau / erledigt
  • 24.06.  Mondsee Radmarathon (als fahrender Betreuer) / erledigt
  • 07.07.  Bike Marathon - TOP Six / Pöls / nicht teilgenommen
  • 14.07.  Salzkammergut - Trophy 
  • 20.07.  Ultraradchallenge - Kaindorf   
  • 29.07.  Bike Marathon Erzberg
  • (15.08. - 19.08. Race around Austria?) 
  • 26.08.  Bike Marathon / Krumbach
  • 02.09.  Ötztal Radmarathon
  • 09.09.  Preber Panorama Lauf / Krakauebene
  • 09.09.  Bike Rennen Madereck
  • 09.09.  Bike Marathon / St. Jakob im Walde
  • 15.09.  Lindkogel MTB Rennen
  • 16.09.  Laufevent Leoben
  • 22.09.  Gis Bike-Challenge / Linz
  • 23.09.  Apfelland Lauf / Stubenbergsee
  • 30.09.  Kindberger Herbstabendlauf
  • 07.10.  Bike Marathon / Weinbergtrophy / Grossengersdorf
  • 14.10.  Halbmarathon LLC Wien
  • 26.10.  Mürzzuschlager Hobbylauf
  • 05.11.  Stadtlauf Ternitz
  • 18.11.  Leopoldi Lauf LCC Wien (Halbmarathon)
  • 09.12.  Adventlauf LCC Wien
  • 16.12.  Adventlauf Klosterneuburg
  • 30.12.  Bauernsilvesterlauf Mürzzuschlag

 


 

Trainingskilometer 2018

  • training

 

Wettkampfergebnisse 2018

  1. 11.02.   VMC Winterlaufserie - Lauf 2                   Wien                                Gesamtrang: 8  / Klassenrang: 3            Distanz: 21,1km / Zeit: 01:22:03    Pace: 03:53   /   Ergebnis
  2. 11.03.   VMC Winterlaufserie - Lauf 3                  Wien                             Gesamtrang: 12 / Klassenrang: 1          Distanz: 21,1km / Zeit: 01:21:14    Pace: 03:51   /   Ergebnis
  3. 18.03.   LCC Wien / Eisbärlauf - Lauf 3               Wien                             Gesamtrang: 4  / Klassenrang: 2           Distanz: 14km / Zeit: 00:52:29      Pace: 03:45   /   Ergebnis
  4. 25.03.   Feuerwehrlauf                                     Wien                             Gesamtrang: 2  / Klassenrang: 1           Distanz: 10km / Zeit: 00:35:35      Pace: 03:34   /   Ergebnis
  5. 07.04.   Radio Steiermark Lauf                      Bad Waltersdorf           Gesamtrang: 6  / Klassenrang: 1           Distanz: 12km / Zeit: 00:42:56      Pace: 03:34   /   Ergebnis
  6. 29.04.   Voralpen Bikemarathon                   St. Veit a. d. Gölsen      Gesamtrang: 10  / Klassenrang: 3        Distanz: 62km / Zeit: 02:49:08      Pace: 02:44   /   Ergebnis
  7. 06.05.   Schöckl Gipfelsturm  Bikemarathon      Stattegg              Gesamtrang: -- / Klassenrang: --           Distanz: 55km / Zeit: --:--:--            Pace: --:--     /     Ergebnis
  8. 12.05.   Maria Lankowitz - Bikemarathon   Maria Lankowitz           Gesamtrang: 27 / Klassenrang: 5          Distanz: 67km / Zeit: 03:25:49      Pace: 03:04   /   Ergebnis
  9. 17.05.   Brucker Businesslauf                       Bruck an der Mur          Gesamtrang: 17 / Klassenrang: 3         Distanz: 4,57m / Zeit: 00:15:51      Pace: 03:28   /   Ergebnis
  10. 31.05.   Mugel Bergrennen                             Bruck an der Mur          Gesamtrang: 7 / Klassenrang: 2          Distanz: 10,3km / Zeit: 00:58:28    Pace: 05:41   /   Ergebnis
  11. 03.06.   Glocknerkönig                                 Bruck/Glocknerstr.        Gesamtrang: 52 / Klassenrang: 19      Distanz: 28,9m / Zeit: 01:44:49        Pace: 03:38   /   Ergebnis
  12. 10.06.   Super Giro Dolomiti                        Lienz                             Gesamtrang: 25 / Klassenrang: 8        Distanz: 232km / Zeit: 08:26:16      Pace: 02:11   /   Ergebnis

 


 

11.02.2018 / VCM Winterlaufserie Lauf 2/ Wien

  • Distanz: 21,1kmkm
  • Gesamtrang: Platz 8 (Link zur Einlaufliste)
  • Altersklasse M40: Platz 3
  • Zeit: 01:22:03
  • Zeit/km: 00:03:53
  • gewertete Läufer gesamt: 212


Eines meiner Ziele die ich schon seit langem aufgeschrieben (oder zumindest im Kopf) hab ist es, einen Halbmarathon unter 1h20min zu laufen. Das will ich schon seit langem, es ist wohl nicht übertrieben wenn ich sagen das ich das bereits seit 25 Jahren im Auge hab.

Es kamen aber immer wieder ein paar Sachen dazwischen. So zb. das Ende meiner Laufkarriere in den frühen 90iger Jahren und etliche Jahre, es waren wohl locker 10 davon, die ich keinen Meter gelaufen bin. Dann war da noch die Phase in der ich Radfahrer gespielt hab – ebenfalls ohne in dieser Zeit zu laufen. Irgendwann 2006 hab ich wieder begonnen ab und zu zu laufen. Aber es passte einfach nicht, ich musste einsehen das ich, nach all den Jahren, einfach kein Läufer mehr war - also hab ich dann mit dem "Blödsinn" auch recht schnell wieder aufgehört. Aber irgendwie….war da immer wieder dieser Gedanke im Kopf…..

2010 hab ich dann wieder begonnen mehr zu laufen, ich hab aber gleich gemerkt das ich SEHR SEHR weit davon entfernt bin einen Halbmarathon durchstehen zu können. Es fehlte konditionell, es fehlte muskulär und auch der Rest meines Körper war nicht auf langes laufen ausgerichtet. 75kg waren zuviel an Masse, kurze Bergläufe mit wenig Belastung für den Bewegungsapparat waren ok – das wars aber auch schon. Kaum lief ich flach und etwas schneller „schnalzte“ mal da eine Muskelfaser, mal dort ein Bandl, zwickte mal hier ein Gelenk oder quälten mich Blasen. Also wieder nix mit Halbmarathon. 2011, gequält von div großen und kleinen "Wehwehchen", hab ichs eingesehen, ich bin kein Läufer mehr und ich werde auch nie wieder einer sein.

2014 gings ichs erneut an mit der Laufgeschichte, ich blieb aber bei Kurzstrecken…der Gedanke die 21,1km in Angriff zu nehmen war aber nach wie vor im Hinterkopf. Aber wie immer – kaum lief ich mal weiter als 10km wars eine einzige Qual. Meine 73-75kg waren, das musste ich mir eingestehen, warn einfach nicht optimal für „lange“ Läufe. So beschränkten sich auch meine Trainingseinheiten, immer so zwischen 25-50 Laufeinheiten pro Jahr, auf kurze aber intensive Läufe im Bereich 5-10km. Das ging ohne Probleme, das konnte ich mit Überwindung und Einsatz halbwegs durchstehen und nebenbei auch noch flott abwickeln.

Trotzdem hab ich das Ziel den Halbmarathon unter 1h20min zu laufen 2016 hochoffiziell als Saisonziel genannt – um dann nicht mal einen Versuch zu starten. Eh scho wissen, Blasen, Muskelfaserrisse, zu viele Ziele als Hobbyradfahrer, es sollte einfach nicht sein. Wie schon 2017 so landete dieses Ziel auch 2018 wieder auf DER Liste, der Liste meiner Ziele die nur dazu dient mich selbst unter Druck zu setzen, die den Sinn hat dafür zu sorgen das ich nicht faul werde und mich Leute darauf ansprechen wieso ich die Ziele die ich auf meiner Homepage veröffentliche nicht versuche auch umzusetzen.

Nachdem ich mich Ende Dezember 2017, beim letzten Lauf des Jahres, am zarten rechten Wadl verletzt hab, wohl wieder mal ein Muskelfaserriss, absolvierte ich von 1.1.2018 bis 10.02.2018 genau drei Läufe zu je 13km. Insgesamt also unglaubliche 39 Laufkilometer verteilt auf drei Laufeinheiten als Halbmarathonvorbereitung.  Bei weitem nicht genug um schnell zu laufen, auch nicht genug um weit zu laufen und schon gar nicht genug um schnell UND weit zu laufen.

BESTE Voraussetzungen also um den ersten Halbmarathon meines Lebens in Angriff zu nehmen. Und diesen nahm ich am 11.02.2018 auf der klassischen 7km Runde in der Nähe des Happelstadions in Angriff. Die Runde kannte ich von div anderen 7km die ich auf dieser Runde bereits bestritten hatte. Sie ist komplett flach, weist keine Steigung auf und es gibt nur eine einzige Kurve die für eine spürbare Verringerung des Tempos sorgt. Die Strecke ist also optimal, außerdem offiziell vermessen und bei 3 Runden (die dritte Runde wir künstlich etwas verlängert um die fehlenden 100m zu erreichen) kann man recht gut berechnen wie / ob man im Plan liegt.

Der Lauf war der zweite Lauf der „VCM Winterlaufserie 2018“.  Bei dieser Serie gibt’s die Option während des Rennens zu entscheiden ob man eine, zwei oder drei Runden läuft. Drei Runden sind dann 21,1km, also ein Halbmarathon. Hätte ich also nach 2 Runden schon gemerkt das ich Probleme hab hätt ich aufgeben können und wäre dann in der 14km in der Ergebnisliste gestanden.

 

Um 10h gings los, mein erster Halbmarathonstart….

Ich musste EXTREM zurückhaltend sein am Start – das war mir klar. Ich wusste nicht was es bedeutet 21km zu laufen, wie mein Kadaver auf diese außergewöhnliche Belastung reagieren wird und das galts natürlich zu berücksichtigen. Mein einziger Lauf über diese Distanz war ein Trainingslauf als ich 16 oder 17 Jahre alt war – was also schon „etwas“ zurückliegt, so ca. 2-3 Jahre sind seit dem vergangen :-)

Dummerweise weiß man während des Rennens auch nicht wer nach 7 oder 14km aussteigt, also nur die kurzen Strecken rennt und deswegen ists sehr schwierig sich eine Gruppe zu suchen. Also hab ich mich auf meine Garmin Uhr verlassen und bin mal losgetrabt – hab die Gruppen ziehen lassen, Blick in den Boden bzw. in Richtung Garmin Uhr, in Richtung Pace Anzeige.  Einen bestimmten Platz zu erreichen war sowieso nicht das Ziel, das Ziel war eine Zeit unter 1h20min zu laufen oder einfach mal eine Richtzeit für weitere Versuche vorzulegen. Auch war es ein Ziel rauszufinden was ich essen muss / darf / soll um 21km laufen zu können ohne „einzugehen“. 

Die ersten 7km, also die erste Runde, bin ich in 26:14min gelaufen – eigentlich recht locker, mit einem Schnitt/km von 03:45 und einem Durchschnittspuls von ca. 160 Schlägen/min. Also echt ohne groß Gas zu geben. Zum Vergleich: meine Bestzeit auf dieser Runde, gelaufen bei einem 7km Bewerb, liegt bei 24:17 was einem Schnitt von 03:28/km entspricht. Dies zeigt also sehr deutlich das ich es echt „kontrolliert langsam“ angegangen bin.

Die ersten 10km absolvierte ich in 37:43 was einem Kilometerschnitt von 03:46 entsprach, 3 Sekunden unter dem Kilometerschnitt den ich brauchte um unter 1h20min bleiben zu können.

Mir war klar das nach zwei Runden, also nach 14km, der Punkt erreicht sein wird an dem ich bereits einen Kilometer mehr in den Beinen haben werde als das was ich vom Training gewöhnt bin, nämlich 13km. Und ich war gespannt was dann passieren wird. Bei Kilometer 14, also nach 2 Runden, hatte ich eine Zeit von 53:24 stehen, dies entsprach punktgenau einem 3:49er Schnitt, also einer Halbmarathon-Endzeit von haargenau 1h20min – ich lag haargenau im Plan.

Bis hierher, bis zu km 14, schaute es also gut aus. Auch bei km 14,5 schaute alles noch gut aus. Bei Kilometer 15 aber, also 2km über der Distanz die ich aus den 3 Trainingseinheiten der letzten 1,5 Monate „gewöhnt“ war, schaute das alles plötzlich ganz anders aus. Ich wurde merklich langsamer und spürte das ich wohl eine Blase am rechten Ballen bekomm. Was ich eh befürchtet hab ist also eingetroffen. Also „Entlastungshaltung“ einnehmen. Immer wieder am Außenfuß auftreten um den Ballen zu entlasten…um so leider gleich mal den Laufschritt komplett „zsammhauen“. Bis km 17 konnte ich aber halbwegs brauchbar weiterhoppeln, ab dann wars aber mehr als nur mühsam, ich hab mich mit Kilometerzeiten von 04:00 – 04:10 quasi ins Ziel geschleppt. Auf den letzten 7 Kilometern fiel der Schnitt von 03:49/km auf einen Endschnitt von 03:53/km was wiederum einer Endzeit von 1h22min5sek entspricht.

Mein Ziel, unter 1:20 zu laufen, hab ich also verpasst. Trotzdem bin ich aber mit meiner Leistung sehr sehr zufrieden, fürs erste Antreten auf der Halbmarathondistanz ist das durchaus ok, hätt ich keine Blase bekommen wär wohl noch eine Minute zu holen gewesen. Eine Zeit von unter 1:20h wäre aber definitiv nicht machbar gewesen.

Dieser erste Halbmarathon hat mir zwei Dinge gezeigt: ich werde in diesem Jahr die 1:20 locker biegen können und ich weiß nun was ich vor einem Halbmarathon essen kann / darf ohne Magen/Darm Probleme zu bekommen – nicht unwesentlich das zu wissen. Nach diesem ersten Versuch traue ich es mir zu noch in diesem Jahr mal eine Zeit von 01:18 zu laufen – wenn alles passt, ich ein paar Laufeinheiten mehr trainiert habe und ich das Blasenproblem abstellen kann.

Die Stunden danach haben mir aber auch noch ein paar andere Sachen gezeigt. Ohne Lauftraining einen Halbmarathon zu laufen ist machbar, vor allem wenn man in Bezug auf sein Herz/Kreislaufsystem – durch das Radfahren – TOP drauf ist. ABER – die fehlende Laufmuskulatur teilt einem nach so einer Aktion „lautstart“ mit was sie davon hält.

Für den Weg vom Ziel bis zum Auto, gefühlte 500m Distanz, brauchte ich beinahe so lang wie für den Halbmarathon. Ich konnte nach dem Zieldurchlauf kaum noch gehen. Meine Beine drohten ständig „wegzukippen“, die Oberschenkel haben teilweise komplett ausgelassen und ich habe bedrohlich gewankt. Ich war mir recht sicher das ich am Weg vom Zielbereich zum Auto sterben würde. Tat ich aber nicht, dafür musste ich dann beim Umziehen leiden. Die Füße so hoch zu heben das ich meine Socken wechseln konnte wurde zu einer Mamutaufgabe, zu einer ECHTEN Herausforderung.

Als ich meinen geschundenen Kadaver hinters Steuer gewuchtet hab war ich anfangs erleichtert, als ich aber merkte das ich vor lauter Oberschenkelschmerzen kaum kuppeln konnte hinterfragte ich meine Aktion schon ein wenig. Und zu Hause angekommen, im Stiegenhaus stehend, wurde mir klar: ohne Geländer an dem ich mich raufziehen kann gäbs keine Chance meine Wohnung im ersten Stock zu erreichen.

Und heute, einen Tag danach? Najo, ich fürchte mich vor jedem Toilettengang, denn ich muss mich immer fragen ob ich in der Lage sein werde mich vom Thron zu erheben. Also ist „zusammensparen“ angesagt um den Weg zum Tron nur möglichst wenig oft antreten zu müssen.

Fazit: Gehen? Kann ich nimmer. Stehen? Auch nicht. Sitzen? Dumme Frage…..tut auch weg. Spaß? Hatte ich wegen der Schmerzen ab Kilometer 15 auch keinen. Wieso man das tut? Weil man es kann…und es freut mich EXTREM das ichs geschafft hab ohne Lauftraining so eine, für mich zumindest, tolle Zeit zu laufen.

Erleichtert bin ich darüber das mein Bewegungsapparat offenbar keine Schäden davongetragen hat, ich habe weder im Hüftbereich noch an den Knien Probleme, auch aus dem Bereich der Sprunggelenke kommt nix negatives. Das ist gut und beruhigend denn es könnte durchaus auch anders aussehen. Die muskulären Probleme sind durch Training jo verhältnismäßig „einfach“ in den Griff zu bekommen, machen Gelenke Probleme schaut die Sache schon anders aus und man muss dann schon sehr vorsichtig sein.

Weitere Pläne für den Halbmarathon? Im Herbst knack ich die 1h20min – dessen bin ich mir seit gestern zu 100% sicher.

Rechts nun ein bissl was für die Statistiker, mein Leiden in Zahlen.

 

  • vcm2018HM



29.04.2018 / Voralpen Bike-Marathon / Erster Lauf zur "Centurion Mountainbike - Challenge / St. Veit an der Gölsen 


Am 29.04.2018 bin ich, nach Jahren der Bikemarathon-Abstinenz, einen ebensolchen mal wieder gefahren. Die Salzkammergut-Trophy von 2017 zählt für mich nicht als „Standardbikemarathon“ da man bei diesem Rennen einfach nicht wirklich „voll“ fahren kann. Man fährt, zumindest in meiner „Preis/Leistungsklasse“, im Endeffekt einfach spazieren – ständig mit der Angst im Kopf doch zu schnell unterwegs zu sein und einzugehen. So fährt man dann langsam und geht trotzdem (schnell) ein. Egal – anderes Thema, andere Baustelle. Bei einem, nennen wir es mal „normalen“, Bikemarathon der „Standardklasse“ kann man aber durchaus auch mal richtig Gas geben da die Distanz im Normalfall im grünen Bereich ist. Somit braucht es für ein solches Rennen auch eine komplett andere Strategie und genau darum sah ich mich vor dem Rennen, nach Jahren ohne Bikemarathons, nun als Marathon-Neueinsteiger der viel zu lernen hat.

Ich glaub das ich meinen letzten Bikemarathon irgendwann 2001 gefahren bin und so war es Zeit beim ersten Lauf zu „Centurion Mountainbike Challenge 2018“ in St. Veit / Gölsen an den Start zu gehen. Bereits für 2017 geplant musste es eben 2018 werden bevor ichs wirklich in Angriff genommen hab. Die Bikemarathons die heuer am Programm geplant sind sollen zum einen als Vorbereitung für die Salzkammergut-Trophy dienen, zum anderen aber auch für mehr Rennhärte sorgen - damit beim Ötzi dann echt mal die magische 8 Stunden Grenze fällt. 

Aufgrund meiner langen Marathonpause wusste ich viele Dinge NICHT. Ich hatte keinen Plan wie schnell (oder langsam) ich das Rennen angehen soll da ich keine Erfahrungswerte bzgl. meiner Leistungsfähigkeit bei einem Bikerennen hatte, das letzte Bikerennen ist lang her, über ein Jahrzehnt. Ich wusste nicht wie ich bergab „liege“, ob ich mit der Gegnerschaft mithalten kann oder ob ich zum Verkehrshindernis für die junge Generation werde. Mit meinem 29“ Open-Bike hab ich abseits der Salzkammergut-Trophy keine Rennkilometer / Rennerfahrungen sammeln können. Bei meinem letzten Bikerennen fuhr ich noch ein 26“ Rad, V-Brakes, einen 50cm Lenker und vorne drei Kettenblätter, nun hab ich einen 68cm Lenker, Scheibenbremsen, nur mehr 2 Kettenblätter und dafür nur einen elektronischen Schalthebel und 29“ Laufräder – ein bissl was hat sich also getan. Auch war mir nicht klar wie schnell die Jungs heutzutage loslegen. Strecke? Ebenfalls unbekannt. Gegner? Unbekannt, ich kenne weder die Szene noch deren Heros. Also PERFEKT denn wer NICHTS weiß kann wenigsten sicher sein, egal wie es endet, dazuzulernen. Man kann als kompletter Neueinsteiger eigentlich eh nur gewinnen…..und/oder peinlich auffallen – und genau das galt es zu vermeiden.

Und ich musste gleich mal lernen das es, wenn um 10:30 gestartet wird, zu spät ist sich um 10:05 zum Start zu bewegen. Ergebnis: miese Startposition und ich hab schon vor dem Start etwas gelernt: 25min zu früh am Start zu stehen ist mindestens 20min zu spät, die letzten die zum Start kommen sind auch die letzten die das Startgelände verlassen. Das ist so, auch wenn irgendein Vollpfosten mal meinte das die Letzten die Ersten sein werden. Pünktlich um 10:30 ging es los, von "irgendwo" hinten". Das ich so weit hinten stand hatte den Vorteil das eines gleich mal klar war – nämlich wie schnell ich wegfahre – und zwar sehr schnell – für meine Verhältnisse. Ich wusste ich muss irgendwie Boden gutmachen. Das Schöne am biken – Straßen sind nur Empfehlungen – will man nach vorne kommen kann man die Gegnerschaft auch auf den Wiesen „umfahren“. Kostet Kraft, Kraft die man (ich) nicht unendlich zur Verfügung hat. Fazit nach 15min Renndauer: „ok – die letzten 15min woarn zschnö“. Zum Glück retteten mich immer wieder auftretende Abfahrten und ich konnte mich langsam erholen. Und ich sah auch recht schnell das ich bergab kein Verkehrshindernis bin. Bergab bin ich nach wie vor dabei, die Technik ist noch da, gefühlte 2.548.217 Liegestütze über den Winter haben auch dafür gesorgt das mich die Kraft in den Armen nicht verließ. Oder hab ich das einfach den Scheibenbremsen zu verdanken? Ich werde es wohl nie rausfinden…..

Manche Dinge ändern sich dafür aber nie, so gabs früher schon, und gibt’s auch heute noch, div. Fahrer die einfach nicht vorausschauend fahren. Kommt ein Gegenhang wird zu spät geschaltet….und wenn man dann selbst in den Gegenhang reinfährt purzeln einem div. „Spät oder Garnichtschalter“ schon entgegen weil sie den Hang nicht gesehen haben oder die Kraft doch nicht so vorhanden war wie man sich das wünscht. Und man dann einfach umkippt…auf mich zurollt….und mich nervt. Auch diese Hindernisse habe ich „genommen“ und eines hab ich SOFORT genossen - den Umstand das man beim Biken nicht ständig nach einer Gruppe Ausschau halten muss. Man kann einfach sein Tempo fahren und muss sich nicht ständig an Anderen / Gruppen orientieren. So hab ich dann immer wieder auf ebenen Waldstücken den Anschluß an div. Fahrer / Gruppen verloren, bergab dann aber den Anschluss locker und ohne Mühe wieder herstellen können, eigentlich fast wie früher.

Nach ca. 45min erreichte ich die erste Zwischenzeit, durchaus schon müde aber gut gelaunt da ich nicht „paniert“ wurde, sondern ganz gut im Rennen lag, auch wenn ich wenig Überblick über meine Position hatte da die Fahrer der kurzen Strecke zeitgleich mit den Fahrern der langen Strecke gestartet sind. 

Die Ergebnisliste zeigte mir dann das ich auf diesen ersten 15km, trotz VOLLSTEM Einsatz in der Startphase, verhältnismäßig viel verloren hab auf die Jungs die vor mir das Ziel erreicht haben. Von den Top 10 war ich derjenige mit der schlechtesten Teilzeit für die ersten 15km, ich hatte die 17. Teilzeit – obwohl ich zu Beginn wirklich (fast) ALLES in die Waagschale geworfen hab. Von Kilometer 15 bis Kilometer 32 hab ich die 13. Teilzeit rausgefahren, zu Beginn der zweiten Runde, im ersten Anstieg, stand meine Freundin und rief mit "13" entgegen. Ein 13. Platz im ersten Bikerennen seit Jahren hat mich gefreut, nun galts diesen 13. Platz ins Ziel zu bringen. Von Kilometer 32 – 47 hab ich die 12. Teilzeit erreicht. Und am letzten Streckenabschnitt, von Kilometer 47 bis ins Ziel hab ichs sogar geschafft die siebent beste Teilzeit zu fahren. Und es freut mich wirklich das ich mit jedem Abschnitt etwas weiter vorne zu finden war. Ich hab mir das Rennen also offensichtlich gut eingeteilt, hab mich richtig verpflegt und, das ist fast das Wichtigste, die vielen Winterkilometer waren nicht umsonst. Und verpflegen konnte ich mich nur deswegen perfekt weil mich(i) (WORTSPIEL!!!) PERFEKT betreut und mit Wasser versorgt hat, ohne die richtige Freundin wird das alles nix…..also hab i mir die richtige Freundin besorgt. Ich bin der Typ mit der richtigen Freundin, so schauts nämlich aus. Ach jo - Platz 13 nach der Hälfte hab ich nicht nur gehalten sondern auch ausgebaut, Platz 10 ists geworden. 

Wie schon bei der Salzkammergut-Trophy so hat mich mein Rad auch diesmal begeistert. Die DI2 schaltet am Umwerfer, im Automatikmodus ohne Schalthebel, so perfekt das man nie auf die Idee kommen würde manuell schalten zu wollen - was eh nicht ginge da es jo keinen Schalthebel gibt. Die Flaschenhalter sind diesmal, im Gegensatz zur Salzkammergut-Trophy, NICHT gebrochen, die Flaschen sind im Halter geblieben und das Federgabel LockOut hat ohne Probleme gearbeitet. Man kann also sagen das es ein perfekter Renntag war, inkl. PERFEKTEM Wetter, so heiß wie diesmal würds ich bei der Salzkammergut-Trophy brauchen, je heißer umso besser (für mich).

Die Strecke kann man wohl, das sagt fast jeder, als leicht einstufen. 62km und knapp 2000 Höhenmeter sind nicht sooo viel, mein Schnitt von 22,7 km/h bestätigt das auch.  Aber für den Einstieg ins Rennjahr ist das wohl gut so. Spaß macht sie auf jeden Fall, abwechslungsreich ist sie auch, es ist alles enthalten, Wiesen, Asphalt, Betonplatten, Waldböden, kleine Schlammlöcher, kurze und fiese Gegenanstiege gibt’s ebenso wie lässige Abfahrten. Und der Sprung knapp vor dem Ziel hat auch Spaß gemacht – also eigentlich alles da was man braucht beim biken. Ich hab somit Lust auf mehr, auf mehr Höhenmeter, mehr Kilometer, längere Anstiege, fiesere Abfahrten, auf eine bessere Startposition…..

Ergebnis? Gesamtrang 10 / Klassenrang 3

Durchschnittsgeschwindigkeit: 22,7km/h / Topspeed: 76,9km/

Durchschnittspuls: 159 bpm / Maximalpuls: 171 bpm