Sportjahr 2007

Veröffentlicht in Sport - Jahresrückblicke

Saison 2007-im Zeichen zweier "Großereignisse"

Das Jahr 2007 war wohl eines meiner erlebnisreichsten Jahre als Sportler, witzig das dies aber ein Jahr war wo ich "nurmehr" als Hobbysportler tätig war aber das liegt wohl daran das man nur als Hobbysportler auch das tun kann was man wirklich tun WILL. Und eine Sache die ich schon immer machen wollte war es, mal die Tour de France live zu erleben und dies wurde mir 2007 ermöglicht. Weiters war es geplant in diesem Jahr beim Öztaler Radmarathon an den Start zu gehen und DAS war eine ECHTE Aufgabe für mich denn meine Zeit als Radfahrer war schon lange vorbei und 240km mit diesen Bergen (siehe Bericht) sind keine leichte Aufgabe. Und da beide Dinge mit viel viel viel Radfahren zu tun haben galt es in diesem Jahr, vor diesen beiden Reisen, auch wirklich viel radzufahren und halbwegs gut trainiert "anzutreten".

Das Training während der Saison verlief trotz des wieder miesen Wetters insgesamt  recht gut, im April bin ich 1720km gefahren, im Mai hab ich 2445km im Sattel verbracht, im Juni waren's nur 843km und im Juli waren's dann  1447km...im August knapp 1471km.


Juli 2007 / Tour de France Besuch 

Am Freitag dem 13. Juli gings Richtung Frankreich,ein Kindheits/Jugendtraum sollte war werden.

Seit Jahren schau ich die Tour im Fernsehen an, hab div Urlaube geopfert um mir die Bergertappen im Fernsehen komplett geben zu können und hab mitgefiebert als ob es für mich selber was zu gewinnen gibt. Ich hab mitgelitten und mich gefreut als der Georg Totschnig die Etappe gewonnen hat, hab mich mit Armstrong gefreut und echt vorm Fernseher gezittert und die Daumen gedrückt und gehofft das ich es miterleben darf wie einer den "5 Siege" Rekord sprengt.

Diesen Sommer aber sollte es „dicker“ kommen, ich hatte die Möglichkeit mit Erich  und ein paar anderen Fans aus dem Paco Fanclub zur Tour de France zu fahren. Das Spektakel live erleben....da gabs nicht viel zu überlegen,auch wurde mir gesagt das wir da auch mal den Peter Wrolich und den Kohl Bernhard treffen würden. So recht geglaubt hab ich das jo nicht aber dazu später bzw weiter unten dann mehr…..

Nachdem dieser Reisebericht jo hauptsächlich von älteren bis uralten Herren ( man beachte das Fotos Wilfrieds am Bonette…er schaut da aus unerklärbaren Gründen aus wie ein 68jähriger-ist aber erst 37….der Berg scheint hart gewesen zu sein *g*) gibt’s hier mal ein paar Erklärungen für div Abkürzungen im Internet. Auch speziell für Erich der mich mal fragte was die *gg*s in meinen Mails bedeuten *g*  http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Abk%C3%BCrzungen_%28Netzjargon%29

*g* = lachen/lächeln / *hrhr* = hämisch grinsen / harry = sehr schneller Bergfahrer / wilfried = sehr langsamer Bergfahrer /
erich = sehr fleissiger Biertrinker /  franz = ständig lächelnder Alp de Heuz Wilfried Bezwinger (Erklärung „wilfried“ siehe oben)

Nun sollten alle gerüstet sein und verstehen was ich da so schreibe (ACHTUNG: ERSTER TEST) *ggggggggggggggg*

 

Tag 1 - Anreise, Auffahrt Izoard

Freitag Abend gings los,zuerst nach Villach bringen lassen, die Nacht hab ich bei Erich gepennt und Samstag um 3h Früh (!) gings los. Fahrziel: Briancon , 800km von Villach entfernt….Etappenziel der diesjährigen TdF und gleichzeitig Ort unserer Unterkunft und auch Ausgangspunkt für div Touren und Anfahrtspunkt etlicher bekannter Bergriesen. Auch ist dieser Ort ein "Radsportort" und immer wieder Etappenziel der Tour und auch des Giro´s. Allein dieser Ort ist schon was besonderes, selbst die Auslagen der Geschäfte sind mit Radsportzeug dekoriert, hier merkt man das Radsport einen "Wert" hat in Frankreich.
Die Fahrt verlief anfangs ganz gut…zumindest wenn man von div. riskanten „ i fohr do jetzt ausi“ Schlenkern von Wilfried absieht ( der Typ fährt ...UNPACKBAR *g*..aber sein Wagen "liegt" gut wie ich als Beifahrer mal erleben durfte).
 
Irgendwann nach 500km hab ich dann mal von Erich das Steuer übernommen und schon wurde die Fahrt um einiges „interessanter“ , man hätt mir wohl schon früher das Steuer übergeben sollen *g*….das souveräne dahingleiten im Stile eines altens Mannes  nahm nach meiner    Steuerübernahme ein jähes Ende…..ein Reifen entschied sich mal schnell sich aufzulösen, zum Glück war das knapp nach einer Mautstation und wir hatten vielleicht 120km/h drauf…trotzdem schlug mein Herz dann mal schneller , auch weil soeine Situation grad mit einem fremden Auto ungut ist weil man das sowieso nie so im Griff hat wie sein eigenes.  Also stehen bleiben auf der Autobahn, Auto ausräumen, (Räder auf Autobahn legen) Reservereifen rausfischen, Dreckszeug tauschen , weiterfahren, die Aktion hat zum Glück max 30 min gedauert…..zum Glück simma olles Hawara *ggg* und der Ärger hat sich (bei den anderen) in Grenzen gehalten ( was bei mir etwas anders ausgeschaut hat *g*) Erich ist da aber entspannt geblieben und ich wollt nicht durch nen Wutausbruch ungut auffallen also hab ich so getan als ob ich das auch ganz locker hinnehme..innerlich aber....na fragts mal lieber nicht.....*köchel*
 
 

Nach dieser Reparatur warens noch ein paar km und irgendwann um halb 4 oder 4 standen wir in Briancon…..zuerst mal Zimmer organisieren und beziehen, dann Rad zusammenbauen und dann Riegeldepot checken...meines sah  aus wie oben zu sehen ist (und JA ich hab in der Woche alle gemampft).

Komischerweise waren wir alle recht fit oder glaubten es zumindest ( dies änderte sich im Laufe der Woche mit jedem Tag *g*) , und das obwohl wir so lang unterwegs waren, und so entschieden wir uns gleich einen echten HAMMERBERG in Angriff zu nehmen, den Col de Izoard…..Paßhöhe knapp 2350m…“oiso ka Dreck“ für nen schnellen Abendausflug …aber das Wissen einen legendären Berg befahren zu können hat wohl dafür gesorgt das keiner zu müde war und wir einfach fahren MUSSTEN.

Ich hab gleich mal am Anfang a bissl Gas gegeben, war dann recht schnell allein und hab mich dann ungestört auf den Berg gequält…..zum Glück waren die Burschen noch nicht so recht in Kampfeslaune und so hab ich’s recht entspannt angehen können und das unglaubliche Panorama genossen…..als Zweiter kam dann Wilfried rauf,  knapp dahinter Franz…..Erich hat sich zum Glück entschieden an dem Tag das Betreuerauto zu fahren und so gibt’s nun gleich die ersten Fotos vom Tag 1 / Aufstieg Col de Izoard…..losgehen tuts mal mit ein paar Auffahrtsbildern von uns allen, ich weit vorne ,dahinter schon der Zweikampf Franz (Alien) ) vs. Wilfried  (Predator) wobei sich hier im Laufe der Woche wahre Dramen abgespielt haben, dazu später aber mehr *g*.


Am Tag 1 sollte alles so laufen wie das von der Papierform her auch vorgesehen war (von mir vorgesehen :-) )…ich vorne weg, Wilfried im Kampf mit Franz letztendlich Sieger und Erich am Fotoapparat….Nico komplett aussen vor, nicht sichtbar bis am Gipfel *g*..zumindest nicht für mich *hrhrhr*

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Die nächsten Bilder zeigen auch schon das es hier nicht um "Spaß an der Sache" ging, die Sache hat was mit "Ehre" zu tun wie die Gesichter von Wilfried und Franz verraten *g*.
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Auf den Weg diesen Berg rauf gabs gewaltige Landschaften zu sehen die Erich auch gleich brav festgehalten hat. Man muss dort einfach mal rauffahren um sich nur ansatzweise vorstellen zu können wie geil es da ausschaut und wie cool es ist da raufzukurbeln. Besonders die Bilder 5 und 6 habens es mir angetan. Meiner Meinung nach ist der Izoard landschaftlich der schönste Berg von allen, auch ist er sehr wenig von Autos befahren, richtig ruhig. Die Straße ist super ausgebaut und so kann man da echt herrlich raufkurbeln.
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Oben angekommen wurde mal zusammengewartet und das Panorama genossen, das Denkmal wurde bewundert obwohl keiner von uns wusste was es darstellen soll,ein paar Fotos gemacht und Aufkleber gekauft und gerastet. Schaut aus wie folgt:
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Und wie immer wenn man wo rauffährt hat man dann auch das Vergnügen wieder runterzufetzen und während wir so runterfetzten hats mir dann so nebenbei auch noch einen Schlauch zerfetzt nachdem ich einen Stein der auf der Straße lag gestreift hatte. War aber zum Glück an einer langen Gerade, ich bin also einfach ohne viel zu lenken ausgerollt, hab nen neuen Schlauch eingebaut und weiters gings....zwei kapitale Reifenschäden (einmal am Auto einmal am Rad) sprechen für sich-an solchen Tagen sollte man dann nurmehr schlafen gehen da man beim dritten Problem sicher nicht wieder soviel Glück haben wird,auch dachte ich die Sache mit den platten Reifen sollte für die nächsten 48 Jahre oder so erledigt sein aber es sollte anders kommen als gedacht *g* dazu später mehr.  Die Abfahrt selber war aber Spitze,schnell, kein Verkehr und vor allem LAAANG. Und ausgeschaut haben wir Wildschweine dabei so:

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Die Auffahrtszeiten sahen aus wie folgt:

•Harry: 01:13:00
•Wilfried: 01:17:00
•Franz: ein paar Sek. hinter Wilfried
•Erich: Autozeiten erwähne ich nicht, der faule Hund soll nicht auch noch belohnt werden (ajo-und danke für die Fotos gö)
•der Rest: keine Ahnung

Somit war Wilfried geschafft...äh ich wollt sagen "somit war der erste Tag geschafft" bzw. "der erste Tag schon hat den Wilfried total geschafft"*g*. Und schon der erste Tage war echt ein Wahnsinn und so waren wir alle in richtig guter Stimmung und wollten "mehr". Aber eines war mir auch sofort klar-es wird hart werden die ganze Woche brauchbar zu klettern denn die Länge der Berge hier war schon ein ganz klein bissl anders als bei uns zu Haus. Wobei ich schon verraten kann das es durchaus zum einen oder anderen Verfall eines Kollegen gekommen ist - wobei ich das Glück hatte mit halbwegs Leistung die Woche durchzuhalten.

Aber aus jetziger Sicht muss ich sagen das es gut war das ich nicht schon vorher wusste WAS in dieser Woche noch alles auf uns zukommen sollte denn hätt ich das gewusst wär ich sicher denen einen oder anderen Berg ein bissl behutsamer angegangen.


 

Tag 2 - Col du Lautaret / L'Alpe d' Huez / Col de Sarenne / wieder retour über den Col du Lautaret und auf Lautaret folgte "auweh"

Heute, am Tag Nr. 2, war schon ein "großer" Tag für uns denn wir wusste das wir heute eine Legende befahren werden und wie oft hat man(n) schon die Möglichkeit über eine Legende "drüberzufahren",die legendären Hügel zu bezwingen *hrhr* , i red übrigens von der Legende L'Alpe d' Huez und ned von Dolly Buster oder Gina Wild.

Hier gabs div. Tour de France Bergankünfte (also..in L'Alpe d' Huez gabs das...wobei...auch in den beiden Mädls gabs wohl so manche "Ankunft") , hier gabs Bergeinzelzeitfahren, hier wurde Geschichte geschrieben und wir wussten-es wird Zeit das hier die Geschichte umgeschrieben wird und zwar von UNS - UND DARUM WAREN HIER *hrhrhr*
 


Am Morgen waren wir alle VOLL motiviert, aggressiv bis in die Haarspitzen (die ich nicht habe), Taktiken waren bereitgelegt, Alternativpläne für L’Alpe d’Huez geschmiedet. Heute sollte aus sportlicher Sicht DER Tag dieses Ausflugs werden

Um halb 10 setzten wir uns in Bewegung, vom Hotel gings zuerst auf den Lautaret-ebenfalls ein Tourklassiker....ca 27km leicht bergauf……der Berg war echt schön zu fahren, das Wetter perfekt und mein erklärter Konkurrent Wilfried hat mich gleich ziehen lassen (müssen?), ich wusste das er heut jo L’Alpe d’Huez "gewinnen" wollte und war mir sicher das er sich schont  am ersten Berg um dann rauf nach Alp zum FURCHTBAREN ALLESVERNICHTENDEN Gegenschlag auszuholen…….da an dem Tag nur L’Alpe d’Huez „zählte“ hab ich auf den Lautaret auch keine Zeit gestoppt.

Damit wir uns aber nicht gleich zu Anfang überfordern warteten wir am Lautaret mal alle zusammen und gabens uns mal ein paar Morgentrankerl…im Rücken hatten wir dabei den Galibier den wir jo auch noch diese Woche bezwiegen wollte....ebenfalls einer DER Tour de France Berge.

In dieser Gegend reiht sich wirklich ein Berg an den nächsten,eine Radsportlegend folgt der nächsten, einem langen Anstieg folgt immer wieder ein noch längerer / härterer und ein landschaftlicher Höhepunkt wird vom nächsten abgelöst. Und außerdem gibts eine MENGE echt langer und harter Berge die namentlich unbekannt sind und trotzdem unglaublich wehtun-diese Lektion lernten wir später an diesem Tag.

Nach der Stärkung gings dann auf der anderen Seite des Lautarets wieder runter…die Abfahrt war echt geil…das Panorama EIN WAHNSINN…. teilweise hingen die Felsen über die Strasse...so gings dann ein paar km dahin, hier wurde uns aber schon bewusst das nach L’Alpe d’Huez, nämlich bei der Heimfahrt noch eine echte Prüfung wartet denn auch von dieser Seite war der Lauteret kein Dreck....aber uns war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst was uns uns alles noch nicht bewusst war und was uns Wilfried an diesem Tag noch antun würde. Die folgenden Bilder zeigen den Start der Auffahrt zum Lautaret, den Kreisverkehr in Briancon sowie unsere Gruppe bei der Pause am Lautaret.

Die folgenden Landschaftsfotos wurden auf eben dieser Abfahrt gemacht.
















































 

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Erich hat übrigens beim Anblick des ersten Frauenarsches nach TAGEN des Entzuges die Nerven völlig  verloren und die am Berg vermisste Aggressivität beim Verfolgen der (übrigens viel zu großen) Arschbacken plötzlich und brachial an den Tag gelegt-er hat uns schlichtweg versägt…..und das noch nichtmal bemerkt ……so konzentriert hat er die Dame verfolgt...nicht einmal hat er retourgeschaut ..... aber nach L’Alpe d’Huez musste er für seine Aktion dann zahlen und brauchte auch nie retourschauen denn hinter ihm war sowieso keiner mehr *hrhrhr*

Najo……und DANN kam die Anfahrtsrampe rauf nach  L’Alpe d’Huez….bist narrisch das Ding hat sich vor mir aufgebaut das mir Angst und bange wurde....echt SEHR STEIL und mal gerade weg , ohne sichtbare Kehren (dies wurde dann aber zum Glück anders).

Damit ihr euch vorstellen könnt was da auf uns gewartet hat hier mal das Streckenprofil das eigentlich nicht so schlimm aussieht, grad der Anfang (die ersten 2km oder so)  hats aber echt in sich-das tut wirklich weh und wirkt sich bis ganz rauf aus. Mein Plan für diesen Tag bzw diesen Berg : Wilfried mal „machen lassen“ und nicht angreifen…cool bleiben und schauen…..Plan A war das…..nur leider kommt es zumeist anders als das in Plan A vorgesehen ist…so auch heute…..die anderen sind vorausgefahren…nur Nico,Wilfreid und ich waren noch da..ich noch halb nackt, keinen Kopfhörer im Ohr, keinen mp3 Player im Trikot, nix…und siehe da-wie aus dem nix steigt Wilfreid auf und fährt los….LECK DU ICH AM ARSCH…6 min hab i gebraucht bis ich ihn gestellt hab, selbst da hat er sich aber nicht kampflos ergeben und extra fürs Foto das Erich in voller Fahrt geschossen hat noch mal Gas gegeben….i hab mir nun echt gedacht das er bis hierher geblufft hat und nun Gas gibt aber dann…nach diesem Foto…JO BIST DU NARRISCH IST DER WEGGESTORBEN um nicht zu sagen VERRECKT….UNGLAUBLICH *hrhrhrhrhhr*.

Die folgenden Bilder sind nun die Auffahrtsbilder (die ersten vier) von Erich geschossen, teilweise von prof. Fotografen am Straßenrand die einem dann eine Nummer ins Trikot stecken mit der man dann im Netz die Bilder online kaufen kann, für entspannte 25€ das Stück. Übrigens hab ich von jemanden gehört der 2009 dort oben war das man das Denkmal mittlerweile umgebaut hat und eine Pilgerstätte für den großen Überraschungsmann dieses Tages dort errichtet hat. "Franz-Denkmal" nennen die das nun.... recht witzig das am zweiten Bild Wilfried zurückschaut……wohl weil er nicht glauben konnte das Franz und ich SOOOweit vorne waren und er meinte das da hinten noch irgendjemand kommen MUSS *g*  „nein Wilfried , do kumt ka Harry und ka Franz mehr – die Tiere waren einfach vor dir oben *hrhrhr*“

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Najo….ich bin dann auf jeden Fall mein Tempo gegangen, Wilfried brach weg, es lief auch recht gut……Franz war auch bald mal gestellt und hat dafür gesorgt das ich erst mal wieder ein paar min hinten fahren konnte und zweitens nicht in Versuchung kam abzustellen…..irgendwann hab ich mich dann auch hier abgesetzt und hab diesen historischen Berg raufgetreten…i kann das Gefühl das ich dabei hatte wohl nicht so beschreiben..da muss man einfach ein Fan sein um sich vorstellen zu  können was es heisst soeinen Berg zum ersten mal zu befahren…was weiss ich wie oft hat man den schon im Fernsehen gesehen, man denkt nach wer da schon alles gefahren ist, hat die Fernsehbilder der letzten Jahre im Kopf, Namen fallen einem ein…“da ist Pantani auch schon gefahren, und Armstrong war da auch schon unterwegs“ und nun fährst auf einmal selber da rauf....um dich rum hunderter andere Radsportfans die sich ebenfalls raufquälen, du überholst einen nach dem anderen, sogar ein fix stationierter Fotograf war dort ,wie gesagt ,anwesend. Ich kann nicht beschreiben wie unglaublich geil und schön und cool und lässig diese Auffahrt für mich war. Als ich die Tafeln die ich aus dem Fernsehen kannte plötzlich vor mir auftauchen sah und ich mir nur dachte " boa so geil, i bin echt do..i pocks ned". Ausgesehen hab ich mit den "Augen" des prof Fotografen gesehen übrigens so:

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Komischerweise hatte ich aber das selbe Problem wie auch am ersten Tag, ich konnte nicht „durchziehen“, ich war zwar zügig unterwegs aber das letzte Stückerl hat gefehlt…das letzte beissen war nicht möglich, keine Ahnung ob das an der Höhe liegt oder nicht…es war nicht mehr drinnen, die Beine taten nicht richtig weh, trotzdem ging nicht mehr.....auch wenn die Zeit ok war-es hätt mehr rausschauen müssen/können.

So bin ich dann raufgezogen, hab einen nach dem anderen überholt, wurde selber nie überholt und hatte diesen für Radfahrer besonderen Ort nach exakt 00:54:45  planmäßig (laut MEINEM Plan denn ich glaub jo das Wilfried nen anderen Plan hatte *hrhrhrh*) erreicht, und nun kam DIE Überraschung der Woche, der krasse Aussenseiter Franz, ein ruhiger lächelnder und netter Kerl hat Wilfried die ausgemergelte Kampfmüsliproteinshakesau niedergerungen, ich war leicht verwundert, Franz fuhr mit geballter Faust über die Ziellinie und war mit einer Zeit von 01:02.28 nur 07:43min hinter mir am Berg.

Interessant auch das Erich gemeint hätt ich würd wohl so an die 55 min fahren, der scheint mich also echt gut einschätzen zu können denn bei einer Schlacht in Kärnten hat er auch meine Zeit schonmal auf fast die Sek. genau vorhergesagt.Was lernen wir aber aus diesem Tag-dem Tag an dem Franz den Wilfried zerstören sollte?

  • div Kakaoshakes am Morgen und Aufstehen um 4h Früh macht MÜDE, SEEEEEEEEHR MÜDE *ggggggg*
  • weiters lernen wir: wer früher wegfährt kommt später an
  • Getränke die aussehen wie Fertigzement SIND Fertigzement welches sich ausschliesslich in Beinen ablagert. *g*

Auch hab ich an diesem Tag etwas besonders sehen können, nämlich wie ein Mann (Wilfried) innerhalb von ca 13km um ca 45 Jahre alterte……komischerweise hat sich dieser Alterungsprozess im Laufe der Woche auch nicht wieder rückgängig gemacht. Im Gegenteil….am Bonette hab ich ihn fast nicht wiedererkannt als er oben ankam, ich wollte ihn schon mit "Sie" anreden (er hat sich aber rechtzeitig bei mir vorgestellt was mir die Frage nach dem "wer sind Sie" erspart hat)  und ihn stützen und ich hab das Gefühl er hätte an diesem Tag körperliche UND moralische Unterstützung gebraucht *ggggggggggggggg*.

Erich und die anderen haben sich ebenfalls tapferst raufgekämpft, Zeiten hab ich davon aber leider keine, sollten die Kämpfer die Zeiten aber bekanntgeben werden sie hier selbstverständlich eingetragen. 

Besonders cool war jo die Tatsache das am Berg oben das Tour Stockerl stand und wir hier wohl sowas wie ein historisches Foto machen konnten.....ich entspannt, Franz total happy " i wü aufs Stockerl", Wilfried...."scheiss Stockerl" ;-)

Die Heimreise wurde dann noch zur echten Qual und „unlustig“ wär wohl untertrieben. Wir hatten jo noch mal den Lauteret von der anderen Seite vor uns, auch dazwischen baute sich plötzlich und ganz überraschend ein weiterer 2000er Berg auf und zwar der Sarenne – den hatten wir unserem Tourenguide Wilfreid zu verdanken und der Berg war ECHT UNGUT, die Strasse extremst mies, total  defekt (gabs hier in den letzten 2 Wochen gar einen Krieg? ) und die Abfahrt dann noch sehr mühsam da die Strasse sehr eng  und kaputt war und weils teilweise sehr sehr gefährliche Rinnen und Buckel gab welche wenig "rennradtauglich" waren . Die Strasse ist wohl sowas wie ein Insiderstrasserl und eher nicht massentourismustauglich. Ein Erlebnis wars aber allemal und so nebenbei haben wir auf diesem Weg einen weiteren 2000er erklommen und weitere wunderschöne Landschaftsanblicke präsentiert bekommen. Sieht aus wie folgt: (und immer wenn ich das erste Bild sehe frag ich mich ob Fahrrad auf franz. umgangssprachlich vielleicht "Ferrand" heisst.

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Der Lautaret baute sich dann noch zwischen uns und unserem Hotel auf. mit 25km Anstieg…..die ersten 7km hab ich mit Wilfried verbracht, dann musste ich Gas geben um „mein“ Tempo fahren zu können und hab mich abgesetzt, bis ca 7 km vor Ziel lief alles gut aber DANN kam ER !!, der Wind, der Sturm….. UNGLAUBLICH wie da oben der Wind geweht hat…die letzten Kilometer waren echt mit das härteste das ich je gefahren bin und ich kann wohl sagen ich bin schon viel gefahren, ich war so richtig sauer und mit zeitweise meinen Frust regelrecht rausgebrüllt so grantig war ich schon. Ich dachte ich erleide einen Nervenzusammenbruch. Der Wind hat ein normales fahren fast unmöglich gemacht, die Windstöße haben einen versetzt das es ein Wahnsinn war, es war zusätzlich noch saukalt, wir waren außerdem alle schon so geschafft vom Rest das Tages und das alles zusammen hat uns echt den Rest gegeben-an diesem Tag waren wir ALLE froh als wir zu Haus waren, wir wurden von der Gegend echt fast "gebrochen". Oben am Lautaret hab ich dann wieder auf die Anderen gewartet, ich wurde übrigens wieder überrascht denn wieder kam Franz als Zweiter rauf….Wilfried hatte an diesem Tag echt mit dem grossen Favoritensterben zu kämpfen wohl auch weil Franz die letzten 45 Jahre nur für diesen einen Tag Vorbereitung betrieben hat und richtig zuschlagen konnte , auch war Franz ab nun SEHR SEHR entspannt und hat sich aus allen Berggefechten bis ans Ende unseres Urlaubs rausgehalten-mit der Gewissheit  L’Alpe d’Huez vor Wilfried beendet zu haben genoss er den Rest der Woche als „Sieger“ und hielt sich aus div Gefechten raus,ich glaub sogar das er diesen Erfolg bis an den Rest seines Lebens geniessen wird *gg*

Somit war Tag 2 auch geschafft, ein Highlight bereits absolviert und wir haben heute eines gelernt: "Unterschätze nie eine Gegend die du nicht wirklich kennst".

 

Tag 3 - erster und einziger Ruhetag / Besuch von Geroldsteiner

Heute sollte für mich das wahrwerden wovon wohl jeder Radsportfan träumt, das was jeder mal erleben will aber nur wenige echt jemals erleben können – dafür verzichtet man auch gern mal aufs radfahren……ich hatte heut die Gelegenheit nicht nur mal Peter Wrolich und Bernhard Kohl persönlich kennenzulernen, ich hatte die Ehre einen Teambus betreten zu dürfen……Angefangen hats´s um 11h, es ging mit dem Auto Richtung Tigne…dort war Geroldsteiner stationiert, dort sollten wir auftauchen, so hats Peter Wrolich am Vortag am Abend zum Wilfried am Telefon gesagt, auch fand ichs witzig das Peter Wrolich bei Wilfried angerufen hat..........ich find das echt voll lässig wenn sich Sportler um ihre Fans in dieser Art und Weise kümmern, so sollte das sein...echt lobenswert....wenn ich ehrlich bin hab ich aber bis zum Schluss nicht gedacht das ich echt in den Bus reinkomme geschweige denn die Jungs da echt treffen werde.
Schon die Fahrt nach  Val d'isere war mehr als spannend, es ging über den Iseran, einen 2800m hohen Bergriesen wobei man bei der Auffahrt sehen konnte wie hochs da noch raufging denn die Gletscher haben sich von links und rechts hergeschoben das es nur so eine Freude war...das Panorama bei dieser Fahrt war einfach nur sensationell. Die Strasse war extrem schmal, der Verkehr ein Wahnsinn....die Fahrt war aber trotzdem echt geil...und lange Autofahrten sind nur selten wirklich lässig. Witzig auch das wir auf der Anreise bzw. bei der Abfahrt vom Iseran nach Val d'isere aufs Geroldsteiner Team gestoßen sind, die fuhren am Ruhetag grad mal eben entpannt auf den Iseran rauf *gg* und man hat uns sogar erkannt. Bilder? Bitte gerne:


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Angekommen in Val d'isere (wo viele der Teams stationiert waren)  gings schon interessant los, der erste der an uns vorbeilief war Bernhard Eisel, gleich darauf sah ich im Hotel Rolf Aldag sitzen….ich bin dann schon leicht benommen weitergetorkelt als plötzlich der T Mobile Bus dasteht und ich sehe wie die Mechaniker die Räder div TdF Stars bearbeiten, ich hab noch nie im Leben so viele Lightweight Laufräder auf einem Haufen gesehen, auch waren die Giant Geräte mit Abstand die schönsten Räder die ich heute gesehen hab, die Dinger schauen GENIAL aus…… darum hier gleich mal wenig Worte und viele  Bilder die ich "halbwegs" nach Teams sortier hab. Der Tour-Troß ist echt GEWALTIG und es hat mich verwundert wie nah man an alles rankommen kann.

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Das coolste an diesem Tag war aber wohl die exklusive Besichtigung des Geroldsteiner Touraufgebotes, witzig fand ichs auch das dich damals schon die elektronische Schaltung sehen konnte, so richtig "handgemacht" hats ausgeschaut-die letzten 3 Fotos zeigen soein "Tour de France Testmodell. Witzig war auch das die japanischen Shimano Techniker auch direkt vor Ort waren um sich anzusehen ob eh alles passt. Also das Shimano keinen Aufwand betreibt kann man sicher nicht behaupten. Hier nun aber die Bilder von Geroldsteiner:

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Nach der Besichtigung gings dann retour nach Briancon wo wir uns in der "Altstadt" noch ein Getränk gönnten und versuchten die Erlebnisse zu verarbeiten. Aussehen tuts in Briancon wie folgt.

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Tag 4 - Etappenbesuch Galibier

Nachdem der gestrige Tag jo schon extrem aufregend war kam heute schon der nächste Hammer. Briancon war  Etappenziel und kurz vor Briancon liegt der Galibier, einer DER Berge bei der Tdf....also haben wir uns morgens auf die Räder gesetzt, sind den Berg "raufgezogen" und haben uns die Etappen live angesehen. Die Auffahrt war  schon irre.....noch NIE in meinem Leben bin ich mit sovielen Radfahrern auf einen Berg gefahren.

Es gab vom Lautaret bis auf den Galibier wohl keine 20sec wo ich nicht irgendeinen überholt hab...da saugt man sich von einem zum Nächsten und zum Nächsten und zum Nächsten und so "zieht" man von unten bis oben durch...GENIAL....knapp einen km vor der Bergwertung Galibier hab ich dann auch noch FAST meinen Meister gefunden, da hat doch glatt einer versucht mir zu widerstehen und sich nicht einfach abhängen lassen..aber es hat gereicht, ich war als erster oben (keine Ahnung wer der andere war) ....von Briancon bis auf den  Lautaret  hab ich 01:07:00 gebraucht, an den Lautaret schliesst dann quasi der Galibier an und so hab ich von Briancon  bis Bergwertung Galibier genau  01:43:48 gebraucht. Ich dachte das wär lang,beim Ötzi aber fuhr ich für den letzten Berg 2h10min....da war das hier wohl die perfekte Vorbereitung *g*

Oben angekommen stand ich in einem Meer von Radsportfans.....i bin nur dagestanden, hab mich umgesehen und irgendwie hob i mich sauwohl gefühlt weil man selten unter sovielen Gleichgesinnten stehen kann.....voll arg aber irgendwie war das für mich echt "bewegend" zu sehen wie viele Radsportfans es gibt, in Österreich ist man jo Angehöriger einer Minderheit...und hier plötzlich glaubt man echt in einer anderen Welt zu sein, in einer sehr sehr coolen Welt *g* für einen Radsportfan, ich habs echt total genossen dazustehen, rumzuschauen und zu wissen das all die Mensche hier mit mir etwas gemeinsam haben-nämlich sowas wie "Liebe" zu einem Sport. Dann hab i mir gedacht ich wart da jetzt nicht sondern fahr mal ein Stück den Galibier auf der anderen Seite wieder runter, hab ich dann getan, viel Leute gesehen , die Gegend angeschaut, entspannt in der Wiese liegend 2 Cokes getrunken und mich einfach nur immer wieder gefreut das ich hier sein kann.

Dabei bin ich auf einer kleinen Anhöhe gesessen und unter mir war wohl der Teufel aktiv, hier hatte Didi Senft " der Teufel"  http://www.tourteufel.de/  seine "Unterschrift" hinterlassen, gesehen hab ich ihn dann aber leider  nicht. Nach ner Weile bin ich wieder rauf, hab Wilfried getroffen und gemeinsam haben wir uns dann bei den anderen eingefunden und auf die "Tour" gewartet. Wir haben stundenlang gewartet aber ob der vielen Eindrücke verging die Zeit echt wie im Flug, ein bissl Leut schauen, ein bissl Bier trinken, ein bissl Jause essen und a bissl Spaß haben, Langschaft geniessen....

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Apropos Werbekollone: viel hab ich drüber gelesen, in "echt" macht man aber s00lche Augen, muss man sehen ,kann man nicht beschreiben..darum hier mal die Highlights der Tour Gefährte als Fotos:

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Nach der Werbekolonne kamen dann alle möglichen "offiziellen" Fahrzeuge und als dann die ersten Hubschrauber aus dem Tal hochgestiegen kamen wussten wir-es dauert nimmer lang...und so wars auch....plötzlich konnte man einen Fahrer sehen, es war  Juan Mauricio Soler der an diesem Tag als erster am Galibier ankam und auch den Etappensieg holen konnte. DRUCK OHNE ENDE schien der gute Mann zu haben, selbst die Kehren zu er VOLL durch, kurz danach kam dann Condator,...der war SICHTBAR noch schneller...UNPACKBAR.... ich war extremst überrascht welche Geschwindigkeiten hier gefahren wurden denn man muss jo berücksichtigen das die Fahrer da schon locker 120km in den Beinen hatten, davon locker 40 oder 50km bergauf gefahren sind...und immer noch dieser Druck am Pedal. Wer findet in den folgenden Bildern den Fehler?

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Als das Spektakel dann vorbei war galts, sich mal wieder Richtung Galibier Gipfel zu bewegen was, ob der Menschenmengen, nicht so einfach war wie man glauben möchte-siehe folgende Bilder. Zum Ende noch ein Foto von Wilfried und mir mit norwegischen Fans. Ich find der Helm passt mir ganz gut. :-)
 
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Tag 5 - ein SEHR SEHR HARTER Tag

Tag 5 des Urlaubs, heute haben wir uns geteilt, mit dem Auto gings morgens los, am Fusse des Col de Vars haben Wilfried und ich die Räder ausgepackt und unser Auto abgestellt, Erich und Franz haben diesen Berg noch mit dem Auto genommen und erst am Fusse des Col de la Bonette das Rad rausgeholt. Der Tag begann für mich EXTREMST hart, ich bin kein Morgenmensch, Wilfried (leider) schon, also packten wir das Rad aus und er gute Mann legte los das ich dachte ich spinn, ich hatte 20 min echt zu tun das ich nicht abreissen lasse, dann aber ist er zum GLÜCK langsamer geworden und ich konnte mich wieder absetzen und mein Tempo gehen, was mir aber von Wilfried verschwiegen wurde bei der Tourenplanung: dieser Col de Vars ist alles andere als ein kurzer Berg denn ich bin schon hier über 1h hochgefahren, noch dazu SEHR STEIL .......angehört hat sich das aus seinem Munde ca. so" do foahr ma moi aufn Vars aufi, und dann simma eh scho fost am Bonnette...is jo glei hinten der aundare". Ajo genau sog i do nur - aber er musste dann eh selber büssen. :-)

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Najo...Wilfried hat sich hier bei der Planung in Bezug auf die Kilometer und die Schwierigkeit komplett  vertan..dies hat aber bei mir für einen SEHR NETTEN Nachmittag gesorgt...später mehr dazu.

Am Col du Vars angekommen hab ich mir nen Kaffee gegönnt und auf Wilfried gewartet, dann gings gemeinsam in die Abfahrt Richtung Bonette. Dieser Berg sollte der absolute Höhepunkt werden, noch nie war ich mit dem Rad auf einer derartigen Höhe....

Am Fusse des Berges haben wir noch schnell die Flaschen aufgefüllt und DANN war die Schwelle ENDLICH überschritten die mich die ganze Woche behindert hat....ich hab weggetreten und SOFORT gefühlt...."heut geht wos Harry"....ich hab mich extremst gut gefühlt und so bin ich an diesem Tag echt zum ersten Mal zu 100% an meine Leistungsgrenze gegangen, ich hab jedes kurze ebene Stück genutzt um Druck zu machen und Speed aufzunehmen, ich bin echt supercool raufgezogen, hab mich SAUGUT gefühlt und hattealso das Glück am Weg zum " Dach unserer Tour" auch den besten Tag erwischt zu haben. Wilfried war schon nach nur wenigen Minuten ausser Sichtweite, auch bei div Kehren war er nicht auszumachen und ich wusste: Heute bin ich weit..und zwar SEHR WEIT vorne *g*

Ich hab mich gleichmäßig schnell hochgeschraubt, bis ca zur Hälfte auch noch die Landschaft genossen , dann aber abgeschaltet und mich nurmehr aufs treten konzentriert, ich war in Rennstimmung, hab mich mit nem anderen Fahrer knapp vorm Ziel noch duelliert, diesen dann aber auch noch deutlich abgehängt und stand dann nach exakt  01:35:00 am Col de la Bonette. Landschaftlich war das Ganze wieder einfach überwältigend.

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Ich war, oben angekommen, TOTAL fertig, ich hab echt alles gegeben was ging und war diesmal mehr als nur zufrieden mit der Leistung. Mein Gesichtsausdruck auf den Bildern unten sagt alles aus, die Woche war hart, ich war gezeichnet und der Berg war wieder hammerhart zu fahren. Wilfried hat an diesem Tag ein paar Jahre seines Lebens abgegeben, kam fluchend am Berg an, ist ca 45 Jahre gealtert und das in nur knapp 2 h.....eigentlich in GENAU 02:00:00 denn genau das war seine Auffahrtszeit an diesem Tag. Fluchend, schimpfend und immer wieder die Frage nach dem WARUM stellend torkelte er leicht benommen Richtung Zielinie. Er war unterwegs auch noch Cola kaufen (die Hitze hat den Tag zusätzlich schwer gemacht), eines hat er auf den Gipfel gebracht und mit mir geteilt.....sogesehen war ich froh das wenigsten einer nicht nur ans radfahren  denkt sondern sich auch Sorgen um das leibliche Wohl der anderen machte *g*. Hier nun ein paar Fotos vom höchsten Berg den ich je mit dem Rad befahren bin, man kann sich nicht vorstellen wie EXTREMST geil es ist diese Strassen zu befahren.

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Oben angekommen wurde aber eines klar: die Heimreise kann so nicht ablaufen wie geplant, es wär zu weit nun wieder runter und über den Col du Vars zum Auto zu fahren. Also hat man mich am Fusse des Bonette in einem kleinem franz Dorf in die Dorfkneipe gesetzt. Wilfried ist mit Erich und Franz (für einen weiteren Mitfahrer war im Auto kein Platz mehr) vom Fusse des Bonettes mit dem Auto retour zu unserem Auto gefahren und hat mich dann inkl Rad mit dem Auto im franz. Nest geholt. Die Wartezeit aber war echt cool, ich saß in einer franz. Dorfkneipe, hab mich mit Cole Kaffee und Sandwitches "weggetan"  und nebenbei auf einem RIESEN Flachbildschirm die Etappe der Tdf verfolgt, als Wilfried kam war grad der Zielsprint im Gange und so hab ich auch dieses Warten sehr genossen da es irgendwie "besonders" war..da zu sitzen...um mich rum teilweise uralte Leut die die TdF geschaut haben, kann man sich nicht vorstellen wenn man nicht dabei war, wer mich aber kennt wird erkennen DAS es besonders gewesen sein muss denn warten ist normal nicht meine Stärke *g*. Witzig auch die Situation: uralte Dorfkneipe am Arsch der Welt, drinnen sitzen mehrere alte Leute, gebannt auf den High End Flatscreen starrend und ständig die Namen der Fahrer aussprechend. Ich dazwischen, nix verstehend aber total beeindruckt wie hier in Frankreich selbst alte Leute mit Begeisterung die Tour verfolgen. Pünktlich zum Tageszielsprint kam auch Wilfried und so war der Tag perfekt genutzt worden. Und ich war, trotz Training, gefühlte 25kg schwerer denn ich habs mir in der Kneipe echt gutgehen lassen.

 

Tag 6 - geplant: Erholungstag

Der Bonette hat uns alle recht müde gemacht also sollte heute ein gemütlicher Tag werden, eine kleine Ausfahrt, nix mit Bergen und keine Antritte. So Plan A, wie das aber so mit Plan A und B ist hab ich eh schon weiter oben erklärt....Die Ausfahrt führte uns ein Stück Richtung Izoard rauf und endete mit einer Attacke von Wilfried....Erich meinte wer als letzter bei der Hütte ist zahlt.....Wilfried hat das aber so verstanden: wer als erster bei der Hütte ist zahlt nicht....und SOFORT angegriffen...najo....i kann jo nicht einfach sitzen bleiben und so tun als ob ichs nicht gesehen hätt---also aufstehen, runterschalten, angreifen, Wilfried einholen, überholen, abschalten....jojo Plan A..eh scho wissen...i schalt also ab....da is der Wilfried auf einmal wieder neben mir...i eh scho grantig weil müde darf nun das selbe Spiel wiederholen..dabei mog i nimmer.....aber i kann jo nicht jetzt nachgeben.....nein... .i kann jo nicht einfach sitzen bleiben und so tun als ob ichs nicht gesehen hätt---also aufstehen, runterschalten, angreifen, Wilfried abhängen, auf Distanz halten , abschalten, freuen das ENDLICH das Gasthäusl da ist......also wieder keine Erholungsfahrt. Den Rest des Tagens haben wir dann gepennt, gegessen und nix getan.......man merkte uns an das es mit den Leistungsreserven dem Ende zugeht, das die langen Berge zehren.....und wenn das keiner recht zugeben wollte.....

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Tag 7Sestriere 

Der letzte Tag an dem wir also aktiv waren war gekommen....diesmal gings rauf nach Sestriere, kennt wohl jeder, braucht man nicht viel dazu sagen. Von Briancon gings auf den Berg nach Montgenevre, hier bin ich wieder mal als ersten oben gewesen (Erich fuhr früher weg) ich merkte aber SOFORT das heute ein SEHR SEHR harter Tag werden würde. Die Beine waren schwer, ich "zahlte" für meine VOLLGASFAHRT auf den Bonette. Außerdem fühlte ich mich migränig was nie gut ist.  WIlfried kam nur knapp ne Minute hinter mit den Berg rauf...er war heute wohl besser drauf als ich.

Dann gings hinten wieder runter und da hab ich fast nen Lachkrampf gekriegt...ich fahr hinter Wilfried...es kommt ne Kurve, er tut so als ob sie nicht da wär und fährt einfach in der Mitte der Kurve auf eine Seitenstrasse raus...lenkt wieder zurück auf die richtige Strasse, wartet bis ich komm, schaut mich total cool an und meint nur "öh-i hätt mi wohl doch mehr reinlegen sollen"......das war ein so witziger Moment das kann sich keiner vorstellen...von hinten betrachtet schaut sowas einfach nur TOTAL geil aus...und dann hat ers so cool hingenommen das er grad RICHTIG Schwein hatte....echt...TOTAL witzig..

Najo...wir näherten und also Sestriere und da rauf kam dann auch noch ein schöner Anstieg, leider hab ich hier die Auffahrtszeiten verloren, Wilfried kam wieder nur knapp hinter mir an, an diesem Tag hatte ich echt Glück, ich fühlte mich echt schlecht, hatte das ungute Gefühl das ich migränig werde und wollte so schnell wie geht nach Hause....also in Sestriere nen schnellen Kaffee, zusammenwarten  und dann wieder nach Haus.

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Bei der Heimfahrt haben wir dann auch nichtmehr zusammengewartet, ich bin gleich durchgezogen, hab mich nach Montgenevre wieder knapp vor Wilffried plazieren können und bin dann gleich durchgefahren bis ins Hotel. Die Migräne blieb mir zum Glück erspart......aber ich war an dem Tag ECHT FERTIG, die Woche hat Kraft gekostet, die langen Berge zeigten nun eine gewissen "Ganzkörperwirkung", ich war müde, spürte meine Hände schwer an mir hängend, ebenso die Beine und es reichte mir einfach. Ich wollte nichtmehr radfahren - man glaubt es kaum. Und nicht nur mir ging es so. Wir waren alle am Ende. Körperlich und geistig.

Ab Tag meiner Abreise hatte ich zu Erich beim essen gesagt ich sei erst dann zufrieden mit dem Ausflug wenn ich beim heimkommen FIX UND FERTIG sein werde....tjo...Mission erfüllt tät ich mal sagen.Auch die anderen waren aber erledigt, das Schlaffoto vom Wilfried zeigt eigentlich den Zustand von uns allen *g* man kann also den Kopf beliebig tauschen.....

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Am Nachmittag zogen wir nochmal eine Runde durch Briancon und machten ein paar Bilder auf den Deko-Rädern die dort zur Ehre der TdF standen. Franz am Rad des Bergsiegers -weil er nach Alp de Huez so stark war, Wilfried nahm auf dem grünen Boliden Platz und ich hatte den Platz an der Sonne - ich durfte aufs "Gelbe". Erich hat mal, im Kreisverkehr stehend, Fotos geschossen, die Autos mussten natürlich warten *g*

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Tag 8 - Heimreise mit Problemen 
 
Nun wars also vorbei, es galt, sich auf die Heimreise vorzubereiten. Wir fuhren nach dem Frühstück los, Erich am Steuer. Plötzlich beginnts das Leckrad zu "reissen" und nach wenigen Minuten standen wir wieder auf der Autobahn mit einem Platten. Nur diesmal hatten wir kein Reserverad denn das Rad vom ersten Platten bei der Anreise haben wir nicht reparieren lassen "da sowas jo kein zweites Mal passiert". Ajo genau - dumm gelaufen kann man wohl sagen. Auf der Autobahn stehen, bei entspannenden 40°C, dem Lärm der vorbeifahrenden Autos im Ohr und mit dem etwas blöden Gefühl bald von nem LKW "abgeräumt" zu werden standen wir nun da. Wir haben dann Wilfried losgeschickt um uns einen neuen Reifen aufzutreiben was sich leider als langwierige Angelegenheit erwiesen hat.
 
Aber gut, wir habens überlebt - wenn auch gezeichnet, und der Rest der Heimreise verlief dann ohne weitere Probleme.

Fazit: wohl eine der besten Wochen die ich bisher erlebt hab. Danke Erich für die Planung und Durchführung und dann an Wilfried das die Sache mit Geroldsteiner geklappt hat. 

 


 

August 2007 / Ötztaler Radmarathon

  • oezi
  • strecke

Nachdem ich voriges Jahr beschlossen hab nurmehr echt lässige Rennen zu fahren wenn ich welche fahre wars naheliegend beim wohl schwersten Radrennen das Österreich für Hobbyradler zu bieten hat teilzunehmen. Dem Ötztal Radmarathon. Über die Grenzen von Österreich bekannt, trotzdem von mir noch nicht befahren. Schade eigentlich, ich hätt früher hierher kommen sollen. Die Streckendaten zeigen schon das es hier, für einen Hobbyfahrer, eigentlich nur um eines geht: ums überleben - darum das Ziel zu erreichen, unabhängig von der Platzierung. Das ich einen Startplatz erhalten habe hab ich den Jungs von AlpinX zu verdanken die über mehrere Homepages den Anmeldvorgang dgf. haben und uns so Startplätze sicherten. Gut gemacht Leute - vielen Dank. Die 70€ Startgeld waren gut angelegt, die Organisation war einfach zu 100% PERFEKT.

Folgendes galt es an diesem Tag für 4000 "Auserwählte" zu bewältigen:  238 Kilometer, 5500 Höhenmeter. Küthei (2020m) - Brenner (1374m) - Jaufenpass (2099) - Timmelsjoch (2509). Somit dreimal über 2000m an einem Tag, in einem Rennen.

Meine Vorbereitung war wohl perfekt - der Tour de France Urlaub war genau das was man braucht um sich auf ein derartiges Rennen einzustimmen. Ich war lange Berge gewohnt, hatte viele Kilometer in deinen Beinen und war richtig scharf drauf das es losging. Plan: "überleben" und sich nicht wehtun. "In Echt" wollte ich aber unter die ersten 500 kommen und versuchen unter 08:15 zu bleiben - nur "überleben" war dann doch zu wenig *g*.

Anreise war am Samstag, ich hatte das Glück mit Stefan (Nef) mitfahren zu können und so war die Hinfahrt total entspannt. Nachdem ich von div Rennen wusste wie stressig Startnummerausgaben bei Marathons immer sind hatte ich schwerste Bedenken bei dieser Sache und war auf STUNDEN Wartezeit eingestellt (man bedenke: 4000 Starter) auch stand noch ein Besuch beim Rennleiter an, auch da hatte ich sehr schwere zeitliche Bedenken und darum war ich so garnicht entspannt.

Im Vorfeld des Rennens machten mir 2 Dinge Sorgen:

Das erste Problem: ich weiß das gerade bei div. Hobbyrennen und Massenansammlungen bzw. Mischrennen Hobbyradler/normale Rennfahrer immer wieder die Gefahr besteht das der "gemeine Hobbyradler" ohne echte Rennerfahrung meint auf den ersten 20 km alles gewinnen zu können, hier riskiert ohne Ende und teilweise auch erkennen  muss das ihm die tech. Fähigkeiten fehlen sich in einem derartig großen Feld SICHER zu bewegen. Also galt es in der Startaufstellung möglichst weit vorne zu stehen um im Umfeld der "richtigen" Radfahrer halbwegs gefahrlos die ersten km zu überleben da diese noch dazu nur bergab verliefen, auch dachte ich mir wär es gut vorn zu stehen um sich mal am Anfang aus dem "arbeiten" raushalten zu können. Nach unzähligen Mails, einscannen div Ergebnislisten der letzten Jahre und doch etlichen Stunden Arbeit schaute es meiner Meinung nach nicht gut, mir wurde mitgeteilt ich solle mich am Samstag beim Rennleiter melden. Die Startnummerausgabe war PERFEKT, da war alles nach Nummern sortiert, es waren mehrere Anmeldestationen aufgebaut, die Damen waren nett und schnell, ich musste kein 5 min warten und in diesem Moment wusste ich: das ist hier keine "normale" Veranstaltung - hier arbeiten Profis...dieser Eindruck wurde bestätigt als ich dann beim Rennleiter vorsprach und, wie oben geschrieben, auch keine 5 min warten musste. Dieser schien fast auch mich gewartet zu haben, wusste wer ich bin und kritzelte ein "Gruppe 1" auf meine Startnummer,damit war Hürde 1 mal gepackt und ich war entspannter.

Problem Nr 2:  das Frühstück, ich kann nämlich früh morgens nichts essen, auch war ich das frühe aufstehen nichtmehr gewöhnt da ich im August nur selten vor 9 oder 10  morgens aus dem Bett gekrochen bin da ich jo zu dem Zeitpunkt quasi arbeitslos war *g* aber das ist eine andere Geschichte. Es gibt auf dieser Welt nur eine Sache die ich IMMER und zu jeder Zeit essen kann, das Geschnetzelte von Mama Schuster, dies hatte ich dann auch geordert und in einer Plastikbox inkl Nudeln mit ins Ötztal gebracht ,  im Hotel wurde mir das dann in der Früh aufgewärmt und meine Kollegen staunten nicht schlecht als sie mein Frühstück sahen *gggggggggggg* und sich selbst Semmeln ins Gesicht schoben....ich aß quasi ein ganzes Mittagesen,so war auch Problem Nr 2 kein echtes Problem dank der netten Chefin des Hotels...danke *g* und der Mama Schuster

Also alles perfekt.....aber ich hatte noch andere Sorgen, nämlich die Verpflegung während des Rennens, ich wusste das ich extrem viel mitnehmen muss, ich wusste ausserdem das uns die Mitglieder vom Verein nicht helfen können weils keine Möglichkeit gab das die sich auf einem Berg gut positionieren konnten. Und da kam mit wieder der Zufall zu Hilfe. In jungen Jahren als Radfahrer hab ich immer Enervit Enervitene gekauft, dies hatte ich in  Österreich schon Jahre nichtmehr gesehen und was seh ich in Sölden? Einen Stand mti Enervit Zeugs-ich also hin und schon 50€ ärmer gewesen - die Kohle wurde in etliche Sackerl Enervite investiert. Das Zeug schmeckt erstens extrem gut und ist zweitens wohl das beste Mittel das man zusich nehmen kann um ohne echte Nahrung lang zu überleben.

Abends galt es dann einen Plan für die "Installation" der Verpflegung auszuhecken. Ich pflasterte jeden freien cm meines Rades mit Essen zu, klebte Riegel und Enervite überall an wo ich wusste das mich das Zeug nicht stört, selbst den Vorbau  hab ich total mit Riegeln "umwickelt". Das reichte aber nicht für 8 oder 9 Stunden und so stopfte ich noch Zeugs in meine Rückentaschen,selbst unter die Hosenbeine hab ich Essen gestopft und ich war später froh denn ich hab ALLES verputzt *g*.

Am Sonntag früh hatte ich dann keinen Stress, ich war ca 30min vor Rennstart dort, konnte mich wunderbar in Position bringen und stand ca. in der  zehnten Startreihe. Ein paarmal musste ich ungut werden weil sich jemand vordrängen wollte aber selbst da waren Ordner da die dafür sorgten das keiner der nicht zur Gruppe 1 gehörte sich wirklich vordrängen konnte. Auch hier am Start also: PERFEKTE ORGANISATION.

Punkt 6:30 gings los...und wie es losging. Der Startplatz ganz vorne machte sich echt bezahlt, es war SAUSCHNELL.....nach über 30 min war der Stundenschnitt bei knapp 54km/h...das Risiko mal nen Kreisverkehr oder ne Verkehsinseln zu übersehen war selbst dort vorn recht hoch, hinten kams dann auch wie erwartet zum einen oder anderen Sturz. Es war zwar alles PERFEKT mit Streckenposten gesichert aber bei 4000 Fahrern kann man Unfälle nie ganz vermeiden, auch galt es durch zahlreiche Ortschaften durchzufetzen und so manchen Kreisverkehr lebend hintersich zu lassen. Nachdem wir aus dem Söldental (ich nenns einfach mal so *g*) rauswaren kam der erste Berg, das Kühtai...najo...ich wusste nach ca 5m bergauf...."i hab nen ECHT MIESEN Tag", ich war müde (das frühe Aufstehen war ich jo nicht gewöhnt) die ersten Versuche in den Wiegetritt zu gehen zeigten mir das es doch keine SOOOO gute Idee war alles in die Taschen zu stopfen und auch noch ne Trinkflasche da hinten reinzustecken. Das Trikot wappelte hin und her und zog und zupfte, ich fühlte mich unwohl und dachte " BIST DU DEPPERT-WOS ISSN DO LOS?"  Ich wurde von hinten förmlich ÜBERROLLT, hab den ganzen langen Berg hinauf (knapp 18km) KEINEN MENSCHEN überholt, wurde förmlich in Grund und Boden gefahren. In diesen Minuten da rauf hab ich das Rennen eigentlich abgeschrieben und mir war bewusst das ich an diesen Tag keine Chance habe meine Ziele zu erreichen. Also hab ich das Minimalziel als neues Hauptziel definiert: "überleben".

Oben am Kühtai hatte ich die Flasche im Trikot ausgetrunken und das Ding abgeworfen, nun hatte ich noch immer 2 volle Trinkflaschen und musste im Gegensatz zu so manch anderem NICHT stehenbleiben und Flaschen füllen, dort oben hab ich also zum ersten Mal wieder ein paar Leute retourüberholt. Auch wurde ich erst da oben munter (bis dahin musste ich ständig gähnen und hatte irgendwie keine Lust zu fahren) denn da schien schon ein wenig die Sonne, es war recht warm und schaute einfach nett aus, auf welcher Höhe ich da schon war wurde mir erst im Ziel mitgeteilt. Da wurde mir dann auch klar wieso das da rauf so zäh war *g*. Ich fuhr nicht so mies, das Teilstück war einfach so schwer.Das Streckenprofil zeigt das wir hier von Ötz auf knapp 2017 m hochfuhren.....kein Dreck würd ich mal sagen.

Ich war auf jeden Fall froh oben zu sein, wusste das ich bergab sicher gute Chancen hab wieder ein paar zu schnappen aber was DANN KAM kann sich keiner vorstellen. Ich roll oben los, es geht bergab, es geht schneller bergab, ich muss merken das ich im Tiefschlaf am Start meine Brille in der Jacke vergessen hab, ich fang zu überholen an, es wird immer schneller und irgendwann schau ich so bei knapp 85km/h auf den Tacho, wundere mich das ich so schnell bin und kann weiter vorn erkennen das es noch steiler wird. Meine Gegner haben schon zu bremsen begonnen, ich lebte nun auf - ich wachte endgültig auf....ich lies es laufen, nahm Kampfposition ein und fetzte an der Gegnerschaft vorbei das es unpackbar war.....ich hab ganze Gruppen überholt, die fuhren rechts an der Verkehsinseln vorbei-ich fetzte links vorbei *hrhrhhrhr* und ein Blick auf den Tacho zeigte mir auch WIESO ich die Gegner da echt stehenlies..ich dachte ich seh nicht richtig als mein Tacho 105,1 km/h anzeigt.....JO SPINNT DIE WELT - I HOB KOMPLETT DIE NERVEN WEGGESCHMISSEN, das war so geil, so schnell....ich hatte ja keine Brille auf und merkte echt wie es mir die Augenlieder voll nach oben zieht und mir die Tränen nicht rausgekommen sind sondern wieder in den Augen verlaufen sind .....das war ein Gefühl UNPACKBAR.....100km/h und wenig sehen. Übrigens bin ich davor oder danach nie wieder über 105 km/h gefahren. Und so zog ich da runter, hab teilweise ganze Gruppen abgebrannt und unten wusste ich: in Bezug auf den Wunschplatz kleiner  500 bin ich wieder im Rennen.

Unten angekommen hab ich mich gleich einer guten Gruppe angeschlossen und hielt mich perfekt aus der Führungsarbeit raus, begann zu essen um niemals Hunger zu bekommen, trank und schaute einfach das ich Energie sparen kann. Lief perfekt, ich hab echt keinen Meter genommen ....dann kam der nächste Berg,diesmal wars der Brenner, der war flach und gut zu fahren, im Windschatten hatte ich keine Probleme die Gruppe zu halten und die Gruppe lief gut.

Wir fuhren auf eine weitere große Gruppe auf und ich machte mir nun Sorgen wegen dem Wasserauffüllen denn oben war's soweit das ich Nachschub brauchte und ich dachte einfach es wär problematisch wenn diese RIESENGRUPPE (locker 200 Fahrer) gleichzeitig oben zur Wasserstation kommt.

Also PLAN B: ich lass die Gruppe Gruppe sein, bieg bei der nächsten OMV Tankstelle ab, drück dem Tankwart meine Flaschen in die Hand...und während er sie füllte ging ich pinklen *g* ich kam zurück, die Flaschen waren voll und ich war wieder einsatzbereit, die Aktion hat keine 2 min gekostet und war , so glaub ich, ein guter Einfall. Am Berg oben waren dann viele bei den Labestationen und ich hatte wieder aufgeschlossen....und nur sehr wenig Zeit verloren.

Die Abfahrt vom Brenner war wenig spektakulär bis zu dem Moment wo ich fast gestürzt wär...hab da wohl einen Einheimischen bergab erwischt der eine Kurve recht "alternativ" anfuhr-ich hab mir gedacht i bin ne coole Sau und fahr nicht seine Linie ....nachdem ich bei knapp 70km/h ins rutschen kam wusste ich auch warum ER anders fuhr als ich *g* ...........ich musste VOLL blockieren und rutsche am Hinterrad gefährlich Richtung Randstein.....und hatte Glück das da nix passiert ist, plötzlich war ich auch bereit ein wenig Risiko rauszunehmen. Die  Anreise zum nächsten Berg war dann nicht weiter  erwähnenswert, ein paar sinnlose Attacken der Gegnerschaft, ein bissl dummstellen wenns darum ging Kante zu fahren und einfach nixtun ausser essen und trinken.das Leben kann so einfach sein *g*

Es kam wieder wie am Kühtai, nach wenigen Minuten wusste ich das ich keine Chance hab auch nur irgendwie das Tempo "meiner " Gruppe zu halten und lies reißen, fuhr mein mieses langsames Tempo, ärgerte mich über meinen Balast *g* und strampelte irgendwie den Berg rauf. Das tat weh weil ich wusste das an einem anderen Tag da VIEL VIEL mehr "gehen" würde...aber heute war eben kein "anderer" Tag sondern DER Tag..der Tag an dem man fit sein sollte...und ich wars einfach nicht....so zogen wieder alle an mir vorbei, wieder konnte ich bergauf keinen überholen und keine der vielen kleinen Gruppen "halten"....

Auch der Jaufenpass is kein Ausflugsberg für Touristen sondern ein fieser, hinterhältiger Wadlkiller.....ausschauen tut sowas dann wie folgt:

Immer wenn man sowas mit dem Rad fährt drängt sich die Frage auf: Wieso zum Henker bauen Menschen solche Strassen?  Dumm? Langeweile? Um Radfahrer zu quälen? Und man fragt sich wieso man Geld bezahlt um hier rauffahren zu dürfen wo doch eigentlich kein normaler Mensch sich sowas freiwillig antun sollte. Antworten auf alle diese Fragen hab ich auf dem Weg nach oben keine gefunden Najo, ich war nun da und es war zu spät diese Fragen endgültig zu klären....nun musste ich einfach raufkommen. Ich wusste auch das es nichtmehr lange dauern wird bis mich der Rudi, die Vereinsbergkampfsau, überholen und abbrennen wird. Und so wars dann auch, Rudi schraubte sich zu mir, wir wechselten ein paar Worte (er hat sich wohl nicht sagen getraut " na du Schlappi-i brenn dich jetzt voll ab" ) und dann wusste er das mein Tempo für ihn doch wesentlich zu langsam war und lies mich ohne einen echte Angriff stehen das ich leicht depressiv wurde....unpackbar...ich war chancenlos auch nur 1 min nachzufahren. Rudi war schnell außer Sichtweite, ich hatte abgeschlossen und fuhr nach wie vor ums überleben *g*...irgendwie strampelte ich rauf, oben legte ich eine SEHR KURZE Rast zum Füllen der Flaschen ein und aß ein wenig und stürzte  mich dann wieder voll motiviert und mit der Bereitschaft das letzte Risiko zu nehmen in  die Abfahrt, und siehe da...meine Stimmung stieg wieder, die Abfahrt war echt schwer, viele fiese Kurven etliche High Speed Passagen und was seh ich da plötzlich? Rudi *gg* .....ich stand bergauf, er stand bergab .........also schnell vorbei, paar Kurven VOLL riskiert und weg war er, so schnell wie ich rauf wegwar so schnell war er bergab  abgeschüttelt *g*. Aber mir war klar das Rudi wiederkommt und mich am Timmelsjoch zerlegen wird.

Bei der Abfahrt hab ich wieder gröber aufgemischt, einen nach dem anderen überholt und es kam wieder sowas wie Zuversicht auf. Mein Plan war nun  runterzufetzen, dann im Tal nochmal gescheit zu essen und zu trinken, sich zu sammeln und sich seelisch auf den letzten Berg, auf DEN Berg, das Timmelsjoch vorzubereiten. ABER es kommt anders als man denkt...ich rase runter, richte mich in der Ebene im Tal auf um zu essen als plötzlich eine Tafel dasteht... "Bergwertung Timmelsjoch" ....ich dachte mir "jo  spinn i?"  ..die müssen die Berge irgendwie zusammengerückt haben um mich zu ärgern. Ich war nicht bereit schon wieder bergaufzufahren , auch weil ich wusste das ich nun 2h bergaufzufahren habe. Ich konnt das fast nicht glauben, hab hier das  Streckenprofil wohl falsch oder zuwenig gelesen und war nun fix und fertig  *bäh* so ein *%&$!*?! Vor mir baute sich folgendes Ungetüm auf: (wir fuhren von St Leonhard auf)

Dieses Streckenprofil sagt jo das der Berg nur 2491m hoch ist, die Tafel am Berg oben sagt was anderes....ICH bin jo der Überzeugung das BEIDE Angaben TOTAL falsch sind und das dieser Berg eigentlich einer 15. 8000er dieser Welt ist......und wer da rauffährt wird das gleich sehen wie ich. Ich also rein in den Berg, eh wieder keinen Saft...ständig nach hinten schauend weil ich wusste das der Rudi bald wieder kommen wird und mir zeigt wo der Hammer hängt. Nach 5 km bergauf wunderte ich mich das der Rudi nicht kommt...sollte ich ihm bergab soviel "gegeben" haben ?  Wurscht...treten, überleben, egal wer kommt oder nicht....und irgendwie.....aufeinmal...hatte ich ein "gutes" Gefühl..es ging besser als auf den Bergen zuvor...ich überholte doch recht viele Leute....und nach 10km war noch immer kein Rudi da....also weiter...immer brav essend und trinkend schraubte ich mich den Berg rauf.....nach 15 km immer noch kein Rudi..meine Stimmung wurde aber wieder schlechter denn mir wurde bewusst das ich grad mal die Hälfte des Berges geschafft hatte......und...ich wurde MÜDE....zu dem Zeitpunkt rief mir ein Zuschauer zu das ich auf Platz 210 liege. Hab mich darüber mal kurz gefreut denn nun wusste ich das EIN Ziel sicher geschafft ist-nämlich der Platz unter den ersten 500, auch war ich total verwundert das ich trotz meiner (wie ich meinte) schlechten Leistung so weit vorne war. Damit hatte ich nicht gerechnet und nun fing ich auch erstmals RICHTIG zu kämpfen und zu beissen an da ich wusste das ich nun riskieren kann weils dem Ende zugeht. Auch hoffte ich insgeheim auf einen Platz unter den Top 200. Leider nützte das aber nichts, zum schneller fahren war ich zu müde, ich hatte zu tun um überhaupt noch zu fahren *g* ich wurde von hinten wieder überrollt, keine Chancen auch nur irgendwie das Tempo zu halten. Ende, körperlich und geistig. Aber Rudi war auch noch immer nicht da. Da wurde mir wieder bewusst das eben ich nicht der Einzige bin der leidet und mit der Länge des Rennens zu kämpfen hat.

Es ging wohl zu diesem Zeitpunkt allen gleich. Also weiterkämpfen, ich musste mich bemühen nicht zu fluchen und mir meinen Frust nicht rauszubrüllen, ca 5 km vor der Bergwertung wars dann ENDGÜLTIG vorbei mit mir....ich torkelte nurmehr irgendwie dahin, lies alle Ziele los, wollte nurmehr ankommen und mir nicht wehtun...ich hatte alles weggegessen, nichtsmehr zu trinken. Es war mir egal was ich werde, ich kämpfte ab nun wieder "nurmehr" ums ankommen....man fährt da auf knapp über 2500m rauf, man merkt das man nun im Gebirge fährt, die Temperaturen bzw das Gefühl dafür ändert sich, es rennt einfach nicht rund da oben :-). Die folgenden Bilder zeigen mich im Anstieg, der gesenkte Kopf spricht Bände.

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Die Abfahrt nach Sölden war auch kein Spaß mehr, erstens weils sich dazwischen nochmal ein Ansteig aufbaute der er insich hatte und ECHT WEHTAT (am Streckenprofil oben zu sehen-der kurze Anstieg zur Mautstation) , zweites weil ich so fertig war das ich nichtmehr in er Lage war zu treten oder Risiko zu nehmen, direkt vor mir hats auch einen geworfen. Man war einfach körperlich am Limit und da solle man nicht mehr bei 80 oder 90 km/h riskieren. Also rollte ich fix und fertig den Berg runter, wurde nun auch bergab noch von sicher 5-10 Leuten überholt und sah im Ziel das ich meine Zielzeit von 8:15 nicht erreichen konnte. War mir aber echt egal. Dafür ging sich der doch überrascht gute Platz 243 aus mit dem ich sehr sehr zufrieden war und bin.

Es war echt geil da unten ins Ziel zu fahren,  fast 8 Stunden nachdem man den Ort verlassen hatte, es war wohl das bisher einzige Rennen bei dem ich echt "stolz" war "nur" das Ziel zu erreichen, dieses Gefühl hatte ich sonst nie, diesmal aber war allein das Gefühl zwischen ein paar tausend Zuschauen einzurollen einfach saugeil.Alle haben einen angefeuert und man bekam nun echt das Gefühl etwas "besonderes" geleistet zu haben. Im Ziel hab ich mal sicher 15 min lang nur div Brote und Mehlspeisen verputzt die da bereitstanden...als mir dann schlecht wurde lies ich es aber doch sein.

In Anbetracht der Tatsache das ich reiner Sommerradfahrer geworden bin und mich im Winter nur mit Essen und Pcs beschäftige, keine Sport mach und so im April mit 0000 Form und ebensovielen Kilometern das Training gestartet hab ist das Ergebnis dann doch recht gut gewesen. Ich kam mit knapp 7500 km nach Sölden,  das ist für so ein  Rennen als Vorbereitung wohl grad das was man mindestes haben soll...umsomehr zieh ich den Hut vor Oliver und den anderen aus dem Verein die mit wesentlich weniger km dort ankamen und sich trotzdem wunderbar geschlagen hat. Allgemein haben wir (alpinX'ler) und echt allesamt doch hervorragend geschlagen. Rudi war insgesamt knapp 4 sec schneller als ich, Nef Stefan hatte eine Zeit um die 8:30 und Oliver und  kamen nach knapp über 9 Stunden ins Ziel....also alles echt wunderbar gefahren.

Wer mich kennt weis das ich selten lobe...aber die Veranstaltung und das gesamte Rundherum waren das allerberste was ich in meiner Laufbahn als Sportler jemals erlebt hab. Hier rannte alles PERFEKT ab, ich kann nur jedem der bereit ist mal ordentlich zu trainieren und was besonderes erleben will raten sich mal für dieses Rennen anzumelden.

 

Ich bin froh dabeigewesen zu sein und irgendwie bin ich mir sicher das ich mal wieder kommen werde.

 


 

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