Canyon Ultimate CF 9.0 Pro

Veröffentlicht in meine Bikes

Das Regen, Deck und Winterrennrad. Oder das "Reserve Sommerradl"................

Nachdem ich im Jänner 2012 beginnen wollte meine "Wintersau" für die nassen Straßen des Frühjahres vorzubereiten hab ich gesehen das mein "gutes altes" (beschissenes, grindiges) Wheeler am Ende ist. Vom Steuersatz über denn Vorbau bis zum Lenker, vom Innenlager über den Umwerfer bis zum Sattelrohr hat das Rad in den letzten Jahren gelitten, der Dreck, das Salz, das Wasser, alles hat am Rad genagt und eine Reparatur erschien nichtmehr sinnvoll da ich echt fast alles außerdem Rahmen und Laufräder ersetzen hätte müssen was aber am Zustand des Uraltrahmens auch nix geändert hätte und nichtmal so einfach gewesen wäre-Stichwort "NoName int. Steuersatz". Somit hab ich die noch brauchbaren Altteile verkauft und mich nach etwas  Neuem umgesehen

Nachdem ich fürs Winterrad nicht zu tief in die Tasche greifen wollte aber trotzdem auch gern ein Rad kaufen wollte das ich im Sommer gern mal benutze hab ich mich für einen "Versender" entschieden. Anfangs standen Rose und Canyon zur Auswahl. Rose hätt die für mich besser passende Geometrie gehabt, (56er Rahmen mit 56er Oberrohrlänge), Canyon hat aber das "bessere" Rad gehabt wobei mir bei Canyon die Rahmengrößen und Oberrohrlängen irgendwie garnicht gepasst haben und so hab ich dann lang hin und herüberlegt, mein Scott vermessen, Geometrien verglichen und dann riskiert und doch das Canyon genommen. Obwohl es ein um 1,5cm kürzeres Oberrohr bei Rahmenhöhe 56 hatte als mein Scott und der Standardvorbau um 3,5cm kürzer gewesen wäre als bei meinem Scotti.

Ich wollte zuerst ein Canyon AluRadl kaufen, aufgrund der langen Lieferzeiten, eines Bausparers, einer Erlebensversicherung und einer Firmenprämie hob i mich dann aber entschlossen gleich was "Echtes" zu nehmen und hab mich für ein Canyon Ultimate CF Pro entschieden. Die Ausstattung um das Geld ist ein Wahnsinn, das Rad gefällt mir und Canyon schneidet eigentlich in allen Tests gut ab. Um sicherzugehen das die auch für den Kunden "verfügbar" sind hab ich ein paar Fragen hingemailt und die Antworten kamen schnell und präzise.

Also hab ich dann mal bestellt, per Vorkasse gezahlt und das Rad pünktlich bekommen. Da es sich jo um einen Versender handelt sollte man mal zum Thema "Versenden" was sagen. Ich bestell viel online und ich ärgere mich viel. Wegen nicht vorhandenen Verpackungen, nicht vollständigen Lieferungen, falschen Teilen bei Lieferungen usw. Und das war hier echt total anders. Die Schachtel in der das Rad kommt ist SPITZENKLASSE und robust. Das Rad ist förmlich "eingebaut" in die Schachtel. Formteile halten den Rahmen in der richtigen Position, am Hinterbau ist ein Holzteil angebracht das mit einem Schnellspanner eingespannt wird damit der Rahmen nicht zusammengedrückt wird, der Sattel inkl. Stütze steckt in einer eigenen Halterung, die kleinen Schachteln für das Zubehör verstärken die Schachtel an verschiedenen Punkten. Und der Witz: die Schachtel kann wiederverwendet werden und ist sicher auch Radurlaub / flugzeugtauglich. Selbst die Laufräder waren richtig "eingebaut" und sicher verstaut in der Schachtel untergebracht. Ich glaub perfekter kann man ein Rad nicht verpacken/verschicken.

Eine Premiere ists auch das ich ein Rad fix und fertig aufgebaut geliefert bekomm. Das machte mir Sorgen denn ich ging davon aus das ich sowieso alles zerlegen muss und dann alles sauber aufzubauen habe. Aber da hatte ich mich getäuscht. Das Ding war wirklich PERFEKT aufgebaut und beim ersten großen Service (Totalabbau) konnte ich auch sehen das alles vorbildlich gefettet war.  Die von mir gewünschten Änderungen (längerer Vorbau, anderer Zahnkranz) waren gemacht worden. Die Sattelstütze war vorgefettet und so verpackt dass das Fett nicht abgestreift wurde, die Züge waren alle passend abgelängt (!!) , das Lenkerband sauber gewickelt. Selbst die Schaltung war vorn und hinten PERFEKT eingestellt-und das dies auch nach dem Auspacken so war hat wohl mit der tollen Verpackung zu tun denn das Schaltwerk stand nirgendwo an sondern war gut geschützt. Ebenfalls erwähnenswert: alle Kontaktpunkte Schalt/Bremszüge zum Rahmen waren mit Schutzfolie am Rahmen versehen und zusätzlich waren an den Zughüllen "Canyon" Schutzgummis übergezogen. Da hat also jemand Liebe zum Detail bewiesen und ich find sowas extrem lässig. Da kann sich so mancher Radhändler was abschneiden-anstatt nur immer übers Internet zu sudern sollte sich der "Fachhandel" mal ein Beispiel an so manch erfolgreichen Versender nehmen. Nebenbei sei erwähnt das alle Teile mitgeliefert wurden die bei den Einzelteilen ebenfalls normal dabei sind, also div Campa Beschreibungen und Werkzeuge-zb der Mavic Schlüssel zum Speichen festhalten beim Zentrieren usw. Auch gibts einen Drehmomentschlüssel dazu, ebenso einen kleinen Schlüssel für den Steuersatz-es ist echt alles (und noch ein bissl mehr als erwartet) dabei. Die folgenden Bilder zeigen den Boden der Schachtel + das gelieferte Zubehör.Also Kontakt, Lieferung, Verpackung, Lieferumfang und Montage waren echt perfekt.

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Das Rad selber schaut  lässig aus, ein ECHT fettes Unterrohr das am Steuerrohr besonders dick ist, ein etwas seltsam geformtes Sattelrohr,auch "Maximus Seattube" genannt, dünne Sitzstreben-umso fettere Kettenstreben. Der Rahmen wiegt übrigens 1093gr, die Gabel 358gr. Weiß als Hauptfarbe ist zwar schon etwas abgedroschen, durch den Kontrast zu schwarzen Beschriftungen an Gabelinnenseite sowie Kettenstrebeninnenseite schauts aber trotzdem "irgendwie gut" aus. Man muss aber auch sagen das Canyon im Rennradbereich ruhig mal in Bezug aufs Design was tun könnte, die Räder schauen seit Jahren farblich bestensfalls "normal" aus. Das mag aber vielleicht eine der Stellen sein wo man spart um dafür eine bessere Ausstattung als die Konkurrenz anbieten zu können. 

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Wie alle meine Rennräder ist auch das Ding komplett mit Campa versehen-eine Campa Chorus 11fach ists geworden. Ein bissl schwerer als die (Super) Record, in Bezug auf Optik und Haptik aber ebenbürdig und vor allem voll kompatibel zu allen Campa Teilen meiner anderen Räder. Das Hinterrad ist das mitgelieferten Mavic Ksyrium Elite, vorne kommt ein "altes" Campa Shamal Ultra Laufrad zum Einsatz, das ist ein paar Gramm leichter als das Mavic Teil. Reifen hab ich, wie eigentlich immer, Conti (GP 4000) verbaut, haben sich bewährt und seit ich wieder Conti fahren (und Schwalbe eben nichtmehr) hab ich auch so gut wie keine Platten mehr. Diese Beobachtung bestätigt übrigens auch ein Test der Zeitschrift "Tour" die dem Schwalbe Ultremo im Vergleich zum Conti GP 4000 eine hohe Plattenanfälligkeit "vorwirft"

Wie auf allen Rädern die ich oft "reite" kommt auch hier ein Tune Speedneedle Sattel zum Einsatz, das Ding passt perfekt zu meinem Popo und in Verbindung mit der superfedernden Sattelstütze von Canyon ergibt sich ein recht hoher Fahrkomfort der auch wirklich spürbar ist. Nebenbei sei erwähnt das die Canyon Stütze zwar recht schwer, dafür aber PERFEKT einstellbar ist und das der Verstellbereich vorne/hinten" echt gigantisch ist. Auch die Skalen die auf der Sattelstütze aufgedruckt sind machen das Einstellen bzw. das austesten der richtigen Einstellung zum Kinderspiel. Sieht aus wie folgt:

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Praktisch ist auch der Steuersatz da er über eine Schraube einfach zu justieren ist, witzig ausschauen tuts auch das am oberen Ende des Vorbaus (aufgrund des speziellen Steuersatzes) keine Verschlußkappe nötig ist was dazu führt das man ins Schaftrohr schauen kann *g*. 

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Der Rest der Ausstattung ist nix besonderes, Pedale hab ich Looks Keo Classic raufgebaut (beim Rad sind KEINE Pedale dabei). Somit passen die Radschuhe da diese Pedale die selben Platten "brauchen" wie die Look Pedale am Speci. Auch sind die hier verbauten Pedale doch viel günstiger als die Keo Carbon am Speci. 

Vorbau und Lenker sind eigentlich Ritchey "Standardstangenware" und eh auf jedem zweiten Bike anzutreffen. Durch den Zukauf vom Tune Sattel (+169€) und den Keo Pedalen (+50€) sowie eine Änderung am Vorbau und dem Zahnkranz (jeweils 20€ Aufpreis) kamen zum Grundpreis des Radls (2599€) noch die zuvor genannten Beträge dazu.

Im Sommer fahre ich das Rad mit "Campa Record" Bremszangen die ich noch auf Lager hatte, im Winter wird umgebaut auf die mitgelieferten Chorus Bremsen sowie auf alte, bereits vorhandene campa Khamsin Laufräder.

Somit ist die "Winterversion" auch etwas schwerer als die Sommerausführung. Man muss aber sagen das es echt lässig ist was man heutzutage für dieses Geld schon bekommt denn ein Rad mit ca 7,2kg hätt vor 5 Jahren noch "ein bissl" mehr gekostet......

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Bezüglich Fahreigenschaften braucht man wohl nicht viel zu sagen, dafür gibts div Tests in denen das Rad immer perfekt abgeschnitten hat. Was aber echt erwähnenswert ist ist der Komfort am Sattel. Ich hätt mir nicht gedacht das sich derartiger Komfort auf Basis einer guten Stütze erzielen lässt. Das Rad ist eine Sänfte.

Fazit: perfekte Entscheidung getroffen, ich bin happy mit dem Radl........aussehen tut das Ding (in Sommerausführung) wie folgt.

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Infos zum Direktshopping bei Canyon:

Alles perfekt, ich hatte vorab etliche Detailsfragen (zb. das genaue Gewicht der Sattelstütze sowie deren Gewicht), weiters wollte ich ein paar Änderungen (Vorbaulänge, Übersetzung) und hatte dazu Fragen. Alles wurde wirklich schnell, innerhalb von wenigen Stunden, richtig und umfangreich beantwortet. Das Bike hatte am hinteren Ausfallende einen kleinen Lackschaden, ca 5mm farbe war "ab". Reklamation eröffnet, 35€ Einkaufsgutschein erhalten, auch das war innerhalb weniger Stunden abgehandelt. Liebe "Offlinehändler": lernt - Canyon zeigt wie man mit Kunden umzugehen hat.


Kommentare  

 
0 # Greifi 2013-05-17 07:54
Servus , Test, schaut alles gut aus
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