Sport

Schon als Kind war ich immer sehr sportlich, hab Fußball gespielt, bin mit dem Rad unterwegs gewesen, bin gelaufen, hab ein bissl Tennis gespielt usw. 1985, also mit 10 Jahren, hab ich dann meinen ersten Wettbewerb mitgemacht (1.Mai Lauf in Bruck/Mur) und ab da wurde das Ganze dann etwas professioneller, ich hab anfangs alleine "trainiert" , mein Vater hat  dann über Jahre mein Training geplant, mich beraten,unterstützt und mir alles finanziert und so hat sich das Ganze dann entwickelt.
 
Zuerst bin ich knapp 7 Jahre gelaufen (1985-1992) , danach dann der Wechsel ins Radsportlager wo ich bis zu meinem 25. Lebensjahr als Rennfahrer aktiv gewesen bin. Dann wars an der Zeit mal ordentlich zu arbeiten (während meiner Jahre als Radfahrer hab ich über einen längeren Zeitraum nur halbtags gearbeitet)  und Geld zu verdienen und somit hab ich den Leistungsport dann bleiben lassen und sportlich mal  eine Zeit lang garnichts gemacht.Ich habs dann aber irgendwie doch nicht ausgehalten nix zu tun und so hab ich dann 2005 wieder begonnen ein bissl zu "sporteln". Dies wurde mit der Zeit wieder mehr, ich hab mir neue Räder gekauft, mir mit dem Rewel Bike einen kleinen Traum erfüllt,  trainierte wieder intensiver und alles artete irgendwie aus *g*, alles so wie man es erwarten konnte  und aktuell (2013) verbringe ich wieder sehr viel Zeit mit Training wobei ich sagen muss das ich fast nie Lust auf Wettbewerbe habe, reizt mich irgendwie nichtmehr bzw. sind nur ganz wenige interessant,eben ganz spezielle Wettbewerbe wie der Öztal Radmarathon. Auch hab ich keinen Spaß mehr an der Wettkampfatmosphäre, an Kollegen die nur jammern wie krank sie doch den ganzen Winter über waren und ich hab auch keine Lust nach dem Rennen wieder zu hören wer und was nicht alles schuld war das nicht mehr ging uswuswusw...das alles hab ich 15 Jahre gehört, das "pock i afoch nimmer". Und wenn ich schau wieviele meiner ehemaligen Kollegen mit Doping in Verbindung zu bringen sind wirds mir sowieso ganz anders.

Heut fahr ich irgendwo auf einen Berg rauf, schau auf die Uhr, vergleiche mit meinen alten Zeiten und freu mich wenn mir nicht viel drauf fehlt, will ich "Mann gegen Mann" fahren gibts genug Leut die sich mit mir auf eine "Schlacht" treffen und mehr brauch ich nichtmehr. Auch als Läufer bin ich wieder aktiv, mal mehr mal weniger...wie es mich gerade freut.  Hätt mir auch nicht gedacht das mir das Laufen nochmal Spaß bereiten wird aber man soll eben niemals "nie" sagen....übers Laufen hat alles begonnen, durch das Lauftraining hab ich mir die Kondition geholt die man auch fürs Biken brauchte und nun schliesst sich der Kreis weil ich auch wieder viel und gern laufe..
 
Ich war wohl eines der Kinder die einen ehrgeizigen Vater hatten der mich auch immer wieder "trieb" was zu tun wobei gesagt werden muss das ich mich selber zum Läufer "gemacht" habe und mein Vater dann die Trainingsplanung übernommen hat als er gesehen hat das ich wohl Potential habe und dies auch wirklich machen WILL. Beim Lauftraining fuhr er jedes Mal mit dem Rad hinter mir her um zu verhindern das ich etwas nicht ordentlich mache oder er fuhr vor mir weg um bei den Strassenkreuzungen nachzusehen ob der Weg frei ist damit ich "durchziehen" kann. Es wäre gelogen wenn ich jetzt sage ich hätte mir nie gewünscht das es ihn "vom Radl pracken" soll aber im Endeffekt hat die Mischung aus "Druck auf mich ausüben" und vernünftig mit mir zu reden doch gewirkt. Ich war über Jahre ein Spitzenbergläufer in div. Altersklassen und konnte die erlernte "Härte" auch im Bikesport gut gebrauchen. 
 
Ich denke doch mein Vater hat den richtigen Mittelweg gefunden um mich gut zu trainieren, was ja Erfolg mit sich brachte und trotzdem nicht sooooo der Schinder zu sein das mit der Spaß am Sport vergeht. Wobei ich andererseits denke das nicht jeder das alles so gepackt hätte wie ich das getan hab denn wir hatten schon so unsere "schweren Phasen"....mein Papa und ich *gggggggggg*, vielleicht lass ich ihn was in der Homepage schreiben damits nicht nur einseitig aus meiner Sicht erzählt wird was sich so alles zugetragen hat :-). 
 
Es kam aber immer mal wieder vor das wir länger kein Wort geredet haben weil wir in Bezug auf Training oder meine Leistung bzw meinen Einsatz TOTAL unterschiedlicher Meinung waren :-)Als Läufer hab ich immer nur das Nötigste getan in Bezug aufs Training, ist mein Vater mal zb nicht mit dem Rad mitgefahren hab ich das Trainings gleich mal "angepasst" was fast immer eine Verkürzung mitsich brachte *g*, als Biker hab ich dann aber echt Trainingseiffer entwickelt.
 
Ich war echt Biker/Radfahrer mit allem was dazugehört - ich war (bin) Technikfreak, ich war gern mit dem Bike unterwegs - mich irgendwo runterzustürzen und das Gerät (und auch mich) ans Limit zu treiben war echt geil - biken war "total meines". Und so gings dann im jahr 1993 in meine erste Bike Saison-ab nun gehen die Berichte zum Thema biken aber unter "Radsport" weiter.
 
Generell kann ich sagen das mich die lange Zeit als Leistungssportler doch geprägt hat. Ich bin auch heute noch extrem ehrgeizig (böse Zungen behaupten ich wäre krankhaft ehrgeizig) und versuche diesen angelernten Ehrgeiz nun im Berufsleben auszunutzen. Ich hab gelernt mir Ziele zu setzen und diese auch zu verfolgen egal was passiert. Außerdem hat meine sportliche Laufbahn aus mir- einem eher schüchternen Jugendlichen doch einen recht selbstsicheren Erwachsenen gemacht.
 
 
Bild rechts: ich am Titelbild der österr.  Zeitschrift Radwelt, Ausg. 3/97

Meine sportliche Laufbahn war sicher eine gute Sache. 2 Dinge waren vielleicht falsch bei den ganzen Entscheidungen die so zu treffen waren.Die erste "falsche" Entscheidung war wohl Biker zu werden denn ich denke als Bergläufer hätt ich bessere Chancen gehabt etwas "größeres" zu erreichen.  Die zweite Entscheidung die ich öfters bereue ist die das ich über 5 Jahre nur halbtags gearbeitet hab. So hab ich viel Geld verschenkt und auch in Sachen Ausbildung nix weitergebracht -dieses Manko versuche ich nun aufzuholen was leider recht teuer ist.Hätt ich aber immer Vollzeit gearbeitet hätt ich sowieso keine Chance gehabt sportlich etwas zu erreichen.

Außerdem sei erwähnt das ich meinem Kind niemals raten würde eine Randsportart auszuüben. Die Unterstützung ist praktisch NULL, es gibt keine Förderungen und auch sonst fast keine Chance an Geld zu kommen. Dadurch hat man nie optimale Trainingsmöglichkeiten  - ausser man hat Gönner welcher Art auch immer. Solange man aber nebenbei Geld verdienen muss um sich den Sport finanzieren zu können hat man keine Chance WIRKLICH etwas zu erreichen - trotzdem bin ich froh Sportler gewesen zu sein - ich hab viele Leute kennengelernt, das Gefühl genossen gute Leistung bringen zu können und auch echt viel Spaß gehabt. Ausserdem hab ich eine beachtliche Anzahl an echt tollen Erfolgen vorzuweisen und mir wurde fürs normale Leben sicher eine gute Portion "Härte" mitgegeben

Einer der schönsten Momente meiner Laufbahn (so man das so nennen darf) war der Tag an dem ich auf der Bahnhofstrafik in Bruck war und da war ein Bike-Magazin MIT MIR AUF DER TITELSEITE -ich dachte ich fall um vor Freude-das war echt cool. Foto siehe oben. 

Übrigens schreib ich oben ein "Gönner" wäre nicht schlecht. Hier, bei der Zusammenfassung meines Sportlerlebens,muss auf jeden Fall gesagt werden das über die ganzen Jahre meine Eltern die Hauptsponsoren" waren. Ich möcht nicht wissen wie viele 1000ös (Hotels, Lauf und Radkleidung, Essen an den Wochenenden, Räder, Trainingslager uswuswusw) meinen Vater der Spaß "Sport" gekostet hat und kann aus heutiger Sicht auch verstehen das er oft fast durchgedreht hat wenn ich mal meinen "Spaßtag" hatte und keine Lust hatte ordentlich zu trainieren oder Rennen zu fahren und meine "Show" abgezogen habe. Es war zb. nicht immer klug vor einem Rennen ein Bratwürstel zu mampfen,Gulaschsuppe zu essen oder Red Bull zu trinken.....es war sogar sicher nicht klug.....aber gut (geschmeckts hats). Wobei ich das Würstel dann eh wieder beim Rennen gekotzt hab,ebenso wie ich während eines Laufes die Gulaschsuppe wieder "verloren" habe ..und das waren dann so diese Tage wo mein Papa irgendwie "verstimmt" war ;-),so wie mein Magen an so manchen Tagen. Und wenn ich mir überlege wie oft meine Mama mein total versautes Radzeugs waschen musste und wie oft sie mir zu unmöglichsten Zeiten noch etwas warmes gekocht hat damit ich nicht zusammenklappe wird mir wohl klar wieviel Unterstützung ich von zu Haus bekommen hab. Damals war mir das nicht so ganz bewusst, heute dafür umso mehr.

Also liebe Eltern-grosses Dankeschön das ihr mir das alles über die ganzen Jahre ermöglicht habt.

 


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